Portrait im Grünen, Technik Blog

Ein Portrait vor einer mit Kletterpflanzen bewachsenen Mauer

Wie immer geht es in unserem Donnerstags-Blogbeitrag um die verwendete Technik hinter unseren Fotos. Im Beitrag am Dienstag wurden euch zwei Fotos gezeigt. Daher gehe ich auch zwei Mal und etwas voneinander differenziert auf Technik ein.

Fest steht aber bereits jetzt: unsere Fotos kann jeder mit seiner halbwegs akzeptablen Spiegelreflexkamera nachmachen und benötigt kein wahnsinnig teures Profi-Equipment oder irgendwelche ausgefallenen Helferlein. Bei beiden Fotos gab es neben dem Model nur einen Fotografen ohne Assistent.

 

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Portrait im Grünen

Ein Portrait von Linda Neidert vor einer mit Kletterpflanzen bewachsenen Mauer

Die Technik: Kamera

Da ich schon seit einiger Zeit mit meiner Nikon D750 Vollformat-Kamera fotografiere und die Bilder beide aus dem Sommer 2017 sind, wurden diese natürlich auch mit oben genannter Kamera geschossen.

Im Bild links sieht man den Vorteil einer FX (Vollformat)-Kamera relativ schnell: die sehr deutliche Unschärfe im Hintergrund hinter dem Model. Die kann gut als Stilmittel eingesetzt werden, auch, wenn es vielleicht manchen Betrachter stört. Für mich zählt es dennoch als „Kennzeichen“ einer professionelleren Kamera, abseits von Handy oder Kompaktknipse.

 

 

Nikkor 70-200mm f2.8 ED VR II

Nikkor 70-200mm f2.8 ED VR II – Foto: foto-kurs.org

Die Objektive

Beim Bild von Linda im grünen Gewächs kam meine „immerdrauf“ Lieblingslinse Nikkor 70-200mm f2.8 ED VR II zum Einsatz. Diese zeichnet sich für mich durch ihre kleine, durchgehende maximale Offenblende als hervorragende Portrait-Linse aus. Weiterhin ist das Objektiv an nahezu allen Situationen und Bereichen sehr scharf. Aufnahmen lassen sich super in starker Vergrößerung am Rechner ansehen und bearbeiten. Die Kombination aus Kamera-Body und Objektiv macht mir einfach nur Spaß!

Das zweite Bild von Sophia vor einer Mauer entstand mit meinem Allround-Objektiv Nikkor 24-120mm f4.0 ED VR. Ich habe dieses Objektiv genutzt, um möglichst nah beim Model zu stehen. Platzbedingt war das anders nicht unbedingt möglich, da Fußgänger und andere Besucher des Parks nicht gestört werden sollten – auch klar, dass es blöd aussieht, bei Fotos im amerikanischen Schnitt gefühlte 100 Meter vom Model weg zu stehen..

Je nach Objektiv ist auch die Verzeichnung des Bildes am Rand nicht zu unterschätzen. Da sich diese beim Nikkor 24-120mm über die Objektivkorrektur in Photoshop oder Lightroom sehr einfach ausgleichen lässt, eignet sich die Linse auch gut für nahe Aufnahmen, bei denen eine Verzerrung nicht geeignet ist.

 

Portrait vor einem Zaun

Ein Portrait von Sophia Handwerk vor einem Zaun

 

Die Kameraeinstellungen

Den ein oder anderen werden die genutzten Kameraeinstellungen eventuell interessieren. Da diese für mich zum Bild und deren Technik dazu gehören, allerdings weder allgemeingültig oder als Vorlage nutzbar sind, werde ich die Einstellungen hier nur kurz nennen.

Das Bild von Linda entstand bei einer Blende von f3.5 bei einer Brennweite von 195mm (FX), ISO 100 und einer Belichtungszeit von 1/320 Sekunde.

Nicht sonderlich unterschiedlich sind die Einstellungen von Sophias Bild: Blende f3.5, eine Brennweite von 120mm, ISO 100 und  1/125 Sekunden Belichtungszeit.

 

Faltreflektor

Faltreflektor – Foto: foto-morgen.de

Die Helferlein

In der Einleitung hatte ich es angesprochen: kein teures Profi-Equipment! Bei Lindas Foto wurde ein Faltreflektor benutzt. Den dort verwendeten Reflektor bekommt ihr schon für etwa 25,-€ bei den bekannten Online-Kaufhäusern. Da ich keinen Assistenten dabei hatte, habe ich den Reflektor einfach an einem Lampenstativ befestigt um das Model etwas gleichmäßiger auszuleuchten. Alternativ hätte auch ein portabler Studio-Blitz mit Akku zum Einsatz kommen können.

Hilfsmittel kamen bei unserem zweiten Bild keine zum Einsatz. An der Location gab es bereits helles, weiches Licht. Somit ein klassisches Available-Light-Foto.

 

 

Photoshop-Logo

Photoshop-Logo

Die Nachbearbeitung

Wie vielleicht im letzten Technik-Blog schon herauszulesen war bin ich kein großer Freund von ewig langen Nachbearbeitungs-Sessions. Deshalb auch hier wieder: weniger ist mehr. Beide Models haben im Nachhinein eine Beauty-Retusche erhalten (Hautfarbe harmonisieren, Unreinheiten entfernen, Dodge-and-Burn, Abpudern, Zähne weißen, Augen Aufhellen). Der Rest des Bildes wurde lediglich durch eine Farb- und Helligkeitskorrektur nachbearbeitet. Mehr ist auch schon nicht nötig. Nahezu alle dieser Bearbeitungen lassen sich schon in der RAW-Entwicklung erledigen und dauern alle nicht sonderlich lange.

 

Das Fazit

In dem heutigen Blogpost sollte deutlich geworden sein, dass es nicht viel für gute Fotos braucht. Wichtig sind ein gutes Auge, eine Kamera mit der ihr umgehen könnt und eventuell neben einem Reflektor oder einer Leuchte – ja, auch Dauerlicht ist gut zum Fotografieren! – ein klein wenig Magie am Computer.

Da die Bilder meiner Meinung nach im Original schon vorzeigbar sind: habt ihr Interesse an einem Vorher-Nachher-Beitrag? Oder einer Schritt-für-Schritt-Bearbeitungsanleitung? Lasst es uns in den Kommentaren wissen oder schreibt uns eine Nachricht!

Scheut euch nicht, einfach eine gute Freundin oder einen Freund nach einem Fotoshooting zu fragen und probiert euch aus.

Nächsten Dienstag geht es weiter mit einem neuen Thema. Wir freuen uns, wenn ihr erneut vorbeischaut und uns auch auf Facebook oder Instagram folgt. Bis dahin eine schöne Rest-Woche und ein angenehmes Wochenende!

 

 


 

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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