Ein Portrait mit Ringlicht und Kreide

Ein Portrait mit Ringlicht und Kreide

Seit einiger Zeit begegnet man im Alltag oder auf Social Media immer wieder Portraits, die mit Ringlicht gemacht wurden, mit ihrer markanten ringförmigen Reflexion in den Augen. Manche lieben sie und manche hassen sie einfach nur. Solltet ihr zu der ersten Gruppe zählen, könnt ihr euch in diesem Beitrag einige neue Techniken zu deren Umsetzung aneignen, zählt ihr euch zur zweiten Gruppe, solltet ihr ihn aber auch unbedingt lesen! Denn ich zeige euch auch weitere Möglichkeiten, die ein Ringlicht bieten kann.

 

 

 

Ringlicht – Was ist das?

Ein typisches Ringlicht

Ein typisches Ringlicht

Bei einem Ringlicht handelt es sich um ein geschlossen-ringförmiges Dauerlicht mit offener Mitte. In der Regel wird es auf einem Stativ, mit einem sogenannten Schwanenhals zwischengelagert, befestigt. Der Schwanenhals hilft euch dabei das Ringlicht schnell und mühelos an euer Model angepasst einstellen zu können. Warum genau das notwendig ist, erkläre ich später. Wichtig, hierbei ist zu beachten, dass herkömmliche Ringlichter nicht dimmbar sind. Solltet ihr also mit dem Gedanken spielen euch eines zuzulegen, greift nicht mit dem Gedanken „Viel hilft viel“ zum stärksten, was ihr finden könnt, sondern wägt ab, welche Stärke für euch wirklich Sinn macht. Für die hier aufgeführten Bilder haben wir beispielsweise ein 65 Watt Ringlicht verwendet.

 

 

 

Gibt es einen Unterschied zwischen Ringlicht und Blitz?

Auch interessant: Anhand der unten stehenden Bilder, erhaltet ihr einen kleinen Einblick in die Unterschiede des Fotografierens mit einem Ringlicht im Vergleich zum normalen Aufsteckblitz mit Diffusor. Besonders schön zu sehen, ist das beim Ringlicht schattenfreie Gesicht, und der stark abgedunkelte Hintergrund. Hierbei ist zu erwähnen, dass die beiden Fotos unmittelbar hintereinander bei exakt gleichen Lichtverhältnissen gemacht wurden.

 

Vergleich zwischen Ringlicht und Aufsteckblitz

Vergleich zwischen Ringlicht und Aufsteckblitz

 

Die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Dauerlicht handelt, bringt auch einen sehr angenehmen Nebeneffekt mit sich: Ihr seht durch den Sucher das fertige Ergebnis.

Somit lässt sich die Frage, ob es einen Unterschied zwischen Ringlicht und Blitz gibt, ganz klar mit Ja beantworten.

 

 

Wo kann ich das Ringlicht einsetzen?

Die Antwort auf diese Frage habe ich in der Einleitung quasi schon gegeben: Portraits. Jedoch gibt es auch hier Unterschiede.

Leuchtet ihr das Model frontal an, wie in unserem Beispiel, erhaltet ihr den markanten Ring auf der Pupille. Außerdem bewirkt das frontale Anleuchten eine flache Ausleuchtung, also quasi keine Schatten im Gesicht, was gerade für Beauty- und Fashion-Fotografie einen enormen Vorteil darstellt. Ihr schafft euch also eine optimale Leinwand für die spätere Beauty-Retusche.

Zudem nimmt die Helligkeit der Ausleuchtung nach hinten sehr schnell ab, wodurch ihr gerade bei einem schwarzen Hintergrund einen schönen Effekt erzielen könnt, den ihr in unserem Beispiel gut sehen könnt. Dies könnt ihr auch zu eurem Vorteil nutzen, indem ihr das Model Beispielsweise in den Wind stellt und somit die Haare im Hintergrund verschwinden lasst.

Genauso kann man das, durch den geringen Abstand zum Model, recht starke, frontale Licht nutzen, um beispielsweise Granulat oder ähnliches im Gesicht zum Glitzern zu bringen. In Verbindung mit einem schwarzen Hintergrund kann dies dem Bild etwas mystisches, mit einem hellen Hintergrund etwas märchenhaftes verleihen.

Natürlich gibt es noch zig weitere Möglichkeiten das Ringlicht einzusetzen. Auch hier gilt selbstverständlich wieder: Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

 

Ein Portrait mit Ringlicht und Kreide

Ein Portrait mit Ringlicht und Kreide

 

Wie erzeuge ich den typischen Ringlicht-Effekt?

Um den für das Ringlicht typischen Ring zwischen Pupille und Iris zu erzeugen, müsst ihr zunächst das Model relativ nah an das Licht heran stellen. Dies ist notwendig, da sich die Größe des Kreises mit dem Abstand des Models zum Licht verändert. Wie bereits erwähnt, sollte sich der Kreis in den Augen des Models exakt zwischen Iris und Pupille befinden. Diese Position ist für den Betrachter am attraktivsten, da er hier am natürlichsten wirkt und nicht als störend empfunden wird.

Nun solltet ihr, je nach Effekt, den ihr erzielen wollt, darauf achten, dass der Raum, in dem ihr fotografiert, abgedunkelt ist. Dies hilft euch das Ringlicht und weitere Blitze oder Lichter gezielter einsetzen und Störlichter vermeiden zu können.

Auch die Entfernung des Models zum Hintergrund, sofern gewünscht, sollte nicht zu groß sein. Dieser kann, bedingt durch die relativ schwache Leuchtstärke des Lichts, sonst nicht stark genug beleuchtet sein und somit verschwinden.

So, genug der Vorbereitung. Kommen wir zum Fotografieren: Habt ihr Blende, ISO und Belichtungszeit korrekt eingestellt, fotografiert ihr hier, anders als sonst üblich, von hinten durch die Mitte des Rings hindurch.

Hier kommen wir nun zum bereits erwähnten Schwanenhals. Dabei handelt es sich um eine biegbare Verlängerung des Stativs, womit ihr die Position des Rings schnell und problemlos an die Größe eures Models anpassen könnt. Seid ihr nicht exakt mittig, wird sich der Kreis auf den Augen des Models verschieben.

Lasst euer Model am Besten zur Mitte des Kreises schauen, wobei das Objektiv der Kamera nicht als Fokuspunkt betrachtet werden darf. Denn fokussiert das Model dieses, so kann es aufgrund des geringen Abstands dazu kommen, dass es zu schielen beginnt.

Wirkt euch das Gesicht des Models zu flach, könnt ihr natürlich alternativ weitere Lichtquellen zum Beispiel rechts oder links vom Model setzen, um durch Schatten mehr Tiefe ins Bild zu bringen.

 

 

Fazit

Ihr seht also, man kann mit dem Ringlicht eine Menge anstellen und muss auch einiges beachten, um damit erfolgreich fotografieren zu können. Und auch wenn momentan jeder diese Art Fotos zu machen scheint, finde ich, sollte jeder Fotograf diese Technik beherrschen. Zudem kann das Ringlicht durch seine besondere Art von Licht auch außerhalb dieser Art von Portrait sehr sinnvoll zur Unterstützung eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei also um eher um ein nützliches Hilfsmittel, als um einen Trend.

Du bist interessiert an der Portrait-Fotografie? Dann besucht auf jeden Fall auch diesen Beitrag zum Thema Portraits mit Kreide!

Autor: Kevin

Mein Name ist Kevin Schipper, ich bin 22 Jahre alt und studiere Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

HDR-Fotografie - Kamera & Technik
Portraits mit Kreide