Business Portrait - Sympathisch

Business Portrait – Sympathisch

Heute widmen wir uns einem für uns als Studenten gerade sehr aktuellen Thema: Dem Business Portrait. Doch nicht nur für Studenten ist dies ein wichtiges Thema, von dem für den Fotografierten sehr viel abhängen kann. Denn Business Portraits findet man nicht nur in Bewerbungen, sondern auch auf Internet-Auftritten oder anderen repräsentativen Formaten. Da man hierbei einiges falsch machen kann, möchten wir euch das Thema etwas näher bringen.

Für einige Studenten unseres Studiengangs steht nächstes Semester das Praktikum an. Aus diesem Grund, wandte sich unter anderem auch Tanja, mit der Bitte um ein seriöses und aussagekräftiges Bewerbungsbild, an uns. Das Ergebnis dieses Shootings seht ihr unten. Doch bevor wir uns direkt ins Fotoshooting begeben, gibt es jedoch noch einiges zu klären.

 

Business Portrait - Sympathisch

Business Portrait – Sympathisch

 

Kleidung für Business Portraits

So spielt die Kleidung als aussagekräftiges optisches Merkmal eine große Rolle für den Ersteindruck – und der zählt meist mehr, als man denkt. Es gilt also: Nichts überstürzen und erst einmal schauen, wie sich andere Personen diesen oder ähnlichen Berufs präsentieren. Hierzu kann oft der Internetauftritt des Unternehmens, bei dem man sich bewerben möchte, sehr hilfreich sein. Generell geht es erst einmal um die Frage: Sollen die Bilder eher seriös, oder eher sympathisch wirken? Doch was ist damit gemeint?

Sind seriöse Bilder gefordert, so sollten eher dunklere Farben, und bei den Herren gegebenenfalls sogar eine Krawatte getragen werden. Entscheidet ihr euch für eine solche, solltet ihr diese mit einem relativ kleinen doppelten Windsor binden. Dieser ist nämlich, im Vergleich zum einfachen Windsor, symmetrisch. Hierdurch wirkt das fertige Bild dann stimmiger.

Bei sympathischen Bildern sollten eher hellere Farben getragen werden. Dadurch wird das gesamte Bild aufgehellt und das Model wirkt nicht allzu ernst.

Generell solltet ihr euch merken, dass das Model niemals völlig schwarze oder weiße Kleidung tragen sollte. Die schwarze Kleidung schluckt zu viel Licht und Schatten werden auf dem fertigen Bild kaum sichtbar sein. Völlig weiße Kleidung hingegen lenkt den Blick des Betrachters zuerst auf diese, anstatt auf das Gesicht, da der Mensch es gewohnt ist zuerst auf helle Objekte zu schauen. Somit wäre das Tragen von weißer Kleidung eher kontraproduktiv, natürlich außer, es wird zwingend benötigt.

Doch was soll man sonst tragen? Möchtet ihr seriös wirken, bietet sich ein dunkles Blau oder Anthrazit an. So vermeidet ihr ein tiefes Schwarz, wirkt aber aufgrund der sehr dunklen Farbtöne dennoch seriös.

Wenn eine sympathische Ausstrahlung gewünscht ist, bietet es sich an, beispielsweise zu einem hellen Grau zu greifen, also so, wie es Tanja getan hat. Sie hat Weiß vermieden und das Bild wirkt dennoch deutlich freundlicher, als würde sie etwas Dunkles tragen.

Solltet ihr jedoch dennoch nicht auf Farben verzichten wollen, denkt daran diese möglichst dezent zu wählen. Zu krasse Farbkombinationen oder zu grelle Farben können euch sehr unseriös wirken lassen.

Doch nicht nur bei der Farbe gibt es einige Tricks, die man beachten kann. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es durchaus sehr sinnvoll ist die Kragen etwas näher zu betrachten? Hier solltet ihr nämlich bei Kombinationen bestenfalls ein Teil mit und ein Teil ohne Kragen tragen. Wenn ihr also ein Jacket ohne Kragen anziehen möchtet, solltet ihr nach einem Hemd Ohne Ausschau halten. Haben beide einen Kragen, entstehen konkurrierende Linien und das Bild wirkt unstimmig.

Speziell Frauen sollten zudem darauf achten, dass sie ein Oberteil mit nicht zu großem und nicht zu kleinem Ausschnitt tragen. Ansonsten kann das Bild zu freizügig oder zu verschlossen wirken. Schals sollten ebenfalls möglichst vermieden werden.

 

Herren Business Portrait

Herren Business Portrait

 

Gute Locations für Business Portraits

 

Im Studio

Seid ihr glücklicher Besitzer eines Studios oder habt Zugang zu einem solchen, liegt es natürlich nahe, dass ihr euer Shooting hier stattfinden lasst. Hier habt ihr die Möglichkeit das Model vor einem schwarzen oder grauen Hintergrund zu fotografieren. Auch hier gilt natürlich ein ähnliches Prinzip, wie bei der Kleidung. Außerdem kann man sich merken, dass der Blick des Betrachters stärker auf das Model geleitet wird, je dunkler der Hintergrund ist. Ein völlig schwarzer Hintergrund wird vom Betrachter also quasi nicht wahrgenommen und lässt diesen ausschließlich auf die Person fokussieren. Gleichzeitig wirkt das Bild jedoch nicht mehr sehr freundlich. Es gilt auch hier also wieder abzuwägen, was für die jeweilige Situation mehr Sinn macht. Ein grauer Hintergrund mit Streiflicht kann hier Abhilfe schaffen.

Ein Nachteil des Studios ist dabei jedoch naheliegend: Der Hintergrund ist so gut, wie immer einfarbig, sofern ihr nicht in großem Stil nachbearbeitet, und sagt somit wenig über den Beruf aus.

Andererseits habt ihr hier Zugang zu Studioblitzen und könnt somit bei optimaler Ausleuchtung fotografieren. Allein durch diesen Vorteil könnt ihr wieder gezielt die Blicke lenken und direkt beim Fotografieren das Model so in Szene setzen, dass eine aufwändige Nachbearbeitung so gut, wie nicht mehr nötig ist.

 

Outdoor

Natürlich hat nicht jeder von uns Zugang zu einem Studio. Wir natürlich auch nicht. Und deshalb bietet es sich an, das Shooting nach draußen zu verlegen. Oder eben, wie in unserem Fall, in ein öffentliches Gebäude, das eine zum Beruf passende Bildwirkung vermittelt.

Hier könnt ihr mit dem Hintergrund indirekt etwas vom Umfeld der Person erzählen. So vermitteln zum Beispiel Blätter und durchbrechendes Licht im Hintergrund eine freundliche Stimmung. Generell Lockert etwas Natur im Hintergrund die Stimmung um einiges auf.

Soll Internationalität vermittelt werden, bieten sich immer Fahnen an. Diese wirken dynamisch und fallen in der Regel trotz großer Unschärfe sofort auf.

Achtet auch hier immer darauf, dass sich im Hintergrund diagonale Linien wiederfinden. Denn diese, wie ihr ja bereits wisst, wenn ihr unseren Artikel zur Portrait-Fotografie gelesen habt, lassen das Bild wesentlich dynamischer und professioneller wirken.

Passt aber bitte auf, dass der Hintergrund nicht zu aufregend gestaltet ist. Das passiert schnell und kann auf dem fertigen Bild sehr störend wirken.

Habt ihr einen passenden Hintergrund gefunden, dürft ihr auch gerne mit den Perspektiven etwas herumexperimentieren. Solang die Person gerade im Bild zu stehen scheint, ist alles erlaubt, um das Motiv interessanter zu gestalten. Lasst euer Model sich ruhig auch bewegen, zum Beispiel auf euch zu laufen. Vielleicht findet ihr auch ein paar ähnlich gekleidete Statisten, die ihr in Vorder- und Hintergrund platziert. Diese können die Bildwirkung ebenfalls verstärken.

 

On-Place

Eine weitere Möglichkeit ist ein On-Place-Shooting. Dabei begebt ihr euch in den Betrieb, aus dem das Model stammt und fotografiert dieses an seinem Arbeitsplatz. Das bietet sich an, um dem Betrachter direkt das Gebiet des Fotografierten ersichtlich zu machen und eine Menge Dynamik ins Bild zu bringen. Optimal ist es natürlich, wenn sich dazu noch Kollegen finden, die im Hintergrund wie gewohnt weiter arbeiten. Dadurch wirkt das fertige Bild schlichtweg authentischer, als ein vor leeren Arbeitsplätzen fotografiertes. Achtet jedoch darauf, dass auch hier das Bild nicht zu unruhig wirkt. Arbeitet deshalb gegebenenfalls mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen in Vorder- und Hintergrund, um klare Highlights zu setzen.

 

 

 

Das Business Portrait Shooting

Da nun alle äußeren Faktoren geklärt sind, können wir uns endlich ans eigentliche Shooting wagen. Ihr solltet unbedingt darauf achten, dass das Model die Haare offen trägt. Bei längeren Haaren, bietet es sich an, diese asymmetrisch anzuordnen. Im Klartext bedeutet das, dass die Haare entweder komplett über eine Schulter, oder eine Seite nach vorne und die andere nach hinten gehängt werden. In unserem Fall haben wir darauf verzichtet, da Tanja zum Aufnahmezeitpunkt einen Sidecut getragen hat, und dieser sonst eine zu starke Asymmetrie bewirkt hätte.

Achtet auch darauf, dass die Kleidung des Models richtig sitzt und keine komischen Falten oder ähnliches entstehen. Das Model selbst kann das nicht sehen und solche Fehler bereiten euch in der Nachbearbeitung einiges an Arbeitsaufwand, den ihr euch in diesem Schritt in wenigen Sekunden ersparen könnt.

 

Business Portrait von der Seite - Sympathisch

Business Portrait von der Seite – Sympathisch

 

In unserem Beispiel könnt ihr sehr schön sehen, dass wir den Bildausschnitt so gewählt haben, dass Tanja bis gerade so über der Gürtellinie zu sehen ist. Größer solltet auch ihr den Ausschnitt nicht wählen, da man sonst gerade in kleinen Formaten, in denen solche Bilder meist genutzt werden, zu wenig von der dargestellten Person erkennen kann. Das Bild wird schlichtweg zu klein. Achtet auch darauf, dass alle markanten Ausschnitte vollständig zu sehen sind. Vermeidet es also beispielsweise, wenn euer Model kurzärmlig gekleidet sein sollte, dass man nur wenige Zentimeter der Haut am unteren Bildrand sieht. Wählt hier lieber einen kleineren Bildausschnitt, auf dem nicht ersichtlich wird, dass das Model ein kurzärmliges Hemd trägt.

Ihr solltet zusätzlich auf die Einhaltung von fotografischen Regeln (wie z.B. der Drittel-Regel, oder auch goldener Schnitt genannt) achten.

Da ihr das Gesicht des Models in Szene setzen wollt, lasst dieses auch frontal in die Kamera schauen. Natürlich dürft ihr durch eine schräge Körperstellung Dynamik ins Bild bringen, doch das Gesicht sollte immer vollständig zu sehen sein. Außerdem bietet es sich an während des gesamten Shootings mit dem Model zu sprechen. Das lockert die Atmosphäre um einiges auf und eben das wird auch im Bild sichtbar sein. In der Regel wirken solche Bilder deutlich authentischer und entspannter, als welche, die bei einem Shooting in völliger Stille entstanden sind.

Da wir Tanja durch das Studium sehr gut kennen, haben wir uns bei diesem Shooting natürlich auch sehr viel unterhalten. Und ich finde, das sieht man auch im Bild.

 

 

 

Fazit

So, jetzt solltet ihr erst einmal gut auf das nächste Business Portrait vorbereitet sein. Vielleicht könnt ihr die neu gelernten Techniken zunächst einmal zuhause mit Verwandten oder Freunden ausprobieren, um eure persönlichen Vorlieben zu finden. Und ich bin mir sicher, dass ihr diese Techniken auch in Zukunft, sei es im Studium oder im Beruf, einsetzen könnt. Egal ob ihr vor oder hinter der Kamera steht. 

Solltet ihr Probleme damit gehabt haben, euch unter dem ein oder anderen Punkt etwas vorzustellen, könnt ihr euch gerne noch dieses Video zum Thema Business Portrait anschauen. Hier ist zwar nicht alles, aber doch einiges enthalten, was wir angesprochen haben.

 

Quelle Video: Blende 8 [YouTube]

 

Ihr wollt wissen, was ihr als Fotograf bei einem Business Portrait technisch zu beachten habt? Dann schaut auf jeden Fall auch hier einmal vorbei!

Autor: Kevin

Mein Name ist Kevin Schipper, ich bin 22 Jahre alt und studiere Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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