Model mit extremem Make-Up - Foto: Dennis Bieza

Model mit extremem Make-Up – Foto: Dennis Bieza

Ein Fotoshooting mit Model und aufwändigerem, sehr besonderen Make-Up hat seinen speziellen Reiz. Fern ab von 08/15-Alltagsmake-Up ist es spannend, welche Bildwirkungen erzielt werden können. Unser  hier portraitiertes Model Jessica vereint Beides: sie ist fotogen und schminkt sich gerne in besonderer Art und Weise. Aus diesem Grund zeigen wir heute, wie ein solches Bild entsteht.

Relativ einfach und dem klassischen Portrait ähnlich, dennoch eine komplett andere Bildwirkung.

 

 

Recherche

Ihr seid wahnsinnig kreativ, was Styling und Make-Up angeht? Sehr gut, dann lasst eurer Fantasie freien Lauf. Habt ihr eher Schwierigkeiten, euch ein fertiges Motiv als Make-Up vorzustellen, ist es sehr hilfreich, vorher etwas im Internet zu recherchieren, welche bekannten Filmfiguren ihr beispielsweise nachschminken und nachstellen könnt. Oft gibt es Aufnahmen von Schauspielern, die in Filmen mit einem solchen Make-Up gezeigt wurden. Hier lässt sich zum Beispiel Joker aus dem Film Batman nennen. Dieses Styling eignet sich ebenfalls recht gut für Fotoaufnahmen. Weitere Beispiele finden sich sehr leicht mit einer kurzen Suche in den bekannten Suchmaschinen.

 

 

Make-Up und Styling

Je nachdem, wie fit ihr selbst oder euer Model beim Schminken ist, könnt ihr das Make-Up selbst machen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich aber, ein professionelles Make-Up von einer Visagistin oder einem Visagisten machen zu lassen.

Unser Model Jessica hat sich in diesem Fall selbst geschminkt und hat bereits viel Erfahrung mit aufwändigeren Schmink-Sessions gemacht.

 

Jessica mit eigenem Make-Up selbst fotografiert

Jessica mit eigenem Make-Up selbst fotografiert

 

Während der Vorbereitungen und dem Schminken hielt Jessica (vielen Dank dafür!) mit Handyfotos die Entstehung fest. Diese Aufnahmen zeigen wir euch hier:

Make-Up - Schritt 1

Make-Up – Schritt 1

Make-Up - Schritt 2

Make-Up – Schritt 2

 

Nachdem nun euer Model fertig geschminkt und vorbereitet ist, fehlt nun noch die passende Kleidung. Wir haben uns für ein schulter- und trägerloses Top in schwarz entschieden, um nicht mit der Kleidung vom Make-Up abzulenken. Je nachdem, wie ihr eure Creepy-Fotos schießen wollt, solltet ihr natürlich andere Kleidung wählen. Bei Portraits ist die Auswahl nicht so ausschlaggebend, wie bei Fotos im amerikanischen Schnitt oder Ganzkörperaufnahmen. Wollt ihr auf Portraits die Wirkung erzeugen, das Model trage keine Kleidung, solltet ihr wie wir, auf ein schulterfreies Oberteil setzen.

 

 

 

Der Studioaufbau

exemplarischer Studioaufbau

exemplarischer Studioaufbau – Foto: synchronzeit.ch

Der Aufbau des Fotostudios ist bei unserem Beispielbild mit Jessica relativ einfach gehalten und kann durchaus variieren.

Wir haben vorne, knapp vor und über dem Gesicht einen Beauty-Dish frontal eingesetzt um ein gut ausgeleuchtetes Gesicht zu erhalten. Weiterhin stehen zwischen Leinwand und Model zwei weitere Blitze mit einfachen runden Lichtformern, die als Streiflicht dienen und den Kopf von hinten aufhellen.

Zusätzlich zu den drei Blitzen kann beispielsweise noch ein weiterer Blitz eingesetzt werden, um den Hintergrund aufzuhellen, sofern gewünscht.

Auch Reflektoren (weiß) oder Abschatter (schwarz) rechts uns links neben dem Model können die Ausleuchtung stark beeinflussen und den Bildlook verändern. Reflektoren hellen das Model von den Seiten her auf, in dem sie das Licht umleiten. Abschatter „schlucken“ vorhandenes Licht und lassen alles dunkler werden.

 

 

 

Model-Aufnahmen machen und variieren

Wie bereits oben angedeutet, muss ein solches Foto natürlich nicht als reines Portrait aufgenommen werden, auch wenn es in unserem Fall eines ist. Die Aufnahmen und die Technik ist der eines einfachen Portraits sehr ähnlich. Deren Anwendung haben wir bereits in einem vorhergehenden Beitrag beschrieben. Auch die Kameraeinstellungen sind vergleichbar, jedoch wurde hier auf eine dunklere Lichtstimmung gesetzt, weshalb auch die Einstellungen der Kamera verändert sind.

Es bietet sich an, je nach Studio oder Location, Aufnahmen als Portrait und in anderen Bildschnitten zu erstellen. Lasst eurer Kreativität freien Lauf und probiert, was am Besten zu euch, eurem Model und der Location passt. Solltet ihr eine Kamera mit größerem Sensor haben (zum Beispiel Voll- oder Mittelformat), wählt euren Bildausschnitt jeweils größer und beschneidet das Bild nachträglich in Photoshop auf euer gewünschtes Format. Dies spart euch Arbeit schon während der Aufnahme und ihr seid im Nachhinein flexibler, was den Schnitt und das Format angeht. Diese Herangehensweise ist in vielen Situationen hilfreich.

 

 

Das Rohbild

Nun kommen wir zu der unbearbeiteten Aufnahme aus dem Studio.

Model mit extremem Make-Up - Rohbild

Model mit extremem Make-Up – Rohbild

 

Hier sieht man deutlich die beiden Blitze im Hintergrund und deren Wirkung: Sie hellen die Haare und den Kopf von hinten her auf, sodass die Haare nicht mit dem sehr dunklen Hintergrund verschmelzen und nahezu unsichtbar werden. Der frontale Beauty-Dish mit geringer Intensität sorgt für Schatten unter der Nase und an den Augen, hellt jedoch von oben her alles auf. Dadurch wirkt das Bild wesentlich dramatischer. Auch der Pony unseres Models ist erkennbar und hat eine deutliche Zeichnung.

 

 

Nachbearbeitung

Natürlich verfeinern wir das Bild noch in Photoshop. Das Bild wird etwas beschnitten, die Sättigung herunter geregelt und ein silbrig-glänzender Farblook erstellt. Wer keine eigenen Farblooks erstellen möchte, findet solche zu genüge frei verfügbar im Netz als Filter.

Darüber hinaus wurden die Tiefen aufgehellt und die Lichter abgedunkelt. Das sieht man sehr deutlich an der Zeichnung und Darstellung der Augen. Diese sind erheblich besser sichtbar als in der Rohaufnahme. Die nach der Regulierung der Sättigung noch enthaltenen Farben wurden nachträglich verstärkt um das Kunstblut hervorzuheben.

Zu guter Letzt wurde der Hintergrund ausgetauscht, sodass der graue oder schwarze Hintergrund verschwindet und gleichzeitig mit ihm auch die Blitze. Wer vor einem einheitlichen Hintergrund Fotos aufgenommen hat, hat es hier nun deutlich einfacher. Mit verschiedenen Techniken – die wir in einem späteren Beitrag erklären werden – lässt sich ein grauer, gut ausgeleuchteter Hintergrund zum Beispiel sehr einfach tauschen.

Model mit extremem Make-Up - Foto: Dennis Bieza

Model mit extremem Make-Up – Foto: Dennis Bieza

 

Fazit

In diesem Blogbeitrag wollten wir zeigen, mit welchen doch einfachen Mitteln Bilder entstehen können, die auf Grund der nicht alltäglichen Optik sehr auffällig sind und sicherlich viele Liebhaber finden. Gerade Fans von Horrorfilmen kommen hierbei voll auf ihre Kosten. Selbstverständlich eignet sich ein solches Fotoshooting mit Model auch gut dafür, einfach Erfahrung zu sammeln und seine Ideen umzusetzen.

Hoffentlich konnten wir euch dazu anregen, soetwas selbst auszuprobieren. Wer keine eigenen Studioblitze oder ein Studio hat kann auch einfach eine generell düstere Location im Freien wählen und sich mit Aufsteckblitzen mit Funkauslöser oder sogar Dauerlicht in Form von Baustrahlern und dimmbaren Leuchten behelfen. Jede der Leuchten-Arten hat ihren eigenen Reiz und erzeugt immer etwas andere Ergebnisse.

Wie immer: wir sind gespannt auf eure Ergebnisse! Lasst uns wissen, wie ihr diesen Beitrag fandet und ob ihr auch ein Creepy-Shooting gemacht habt oder plant. Nächsten Dienstag geht es um ein neues fotografisches Thema, dann wieder von unserem Autor Kevin. Bis Dienstag!

 

 

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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