Hintergrund freistellen - Ergebnis

Bisher haben wir euch sehr viel über die Fotografie erzählt, aber was ist eigentlich mit der Nachbearbeitung in Photoshop? Was, wenn ich die Möglichkeit habe im Studio zu fotografieren und anschließend ein Composing erstellen möchte? Genau das möchten wir euch in diesem Beitrag erklären!

 

 

Natürlich können wir euch nicht in einem Beitrag alles zeigen, was ihr als Fotograf gebrauchen könnt. Aber wir dachten uns, dass wir heute einmal mit etwas anfangen, was man später auf euren Bildern deutlich sehen wird. Denn oft steckt man stundenlange Arbeit in ein Projekt, und sieht am Ende nur eine Veränderung, wenn man weiß, was gemacht wurde. Selbstverständlich sind auch diese Nuancen wichtig. Doch wenn ihr erst einmal das Freistellen beherrscht und somit beispielsweise den gesamten Hintergrund eures Fotos ändern könnt, ist das Erfolgserlebnis zu Beginn doch wesentlich höher.

 

Freistellen mit grauem Hintergrund

Eine sehr oft angewandte Methode, den Hintergrund von Studio-Bildern auszutauschen ist es, das Ausgangsbild vor 50%-grauem Hintergrund aufzunehmen und dann auszutauschen.
Dies ist möglich, da sich ein sogenannter „neutralgrauer Hintergrund“ nicht auf die Farbdarstellungen der Bilder auswirkt. Somit können wir nahezu jeden erdenklichen Hintergrund mit einfachen Mitteln einfügen. Alle Farbtöne werden einfach ohne Veränderungen überlagert, sodass kein umständliches Ausschneiden, besonders bei Haaren nötig ist.

Um den Hintergrund zu tauschen sind folgende Schritte nötig:

  • RAW-Bild entwickeln
RAW-Datei entwickeln

RAW-Datei entwickeln

 

Jessica - Original

Jessica – Original

  • Hintergrund auswählen und skalieren, Hintergrundebene auf Modus „Weiches Licht“ stellen
Hintergrund auswählen und skalieren

Hintergrund auswählen und skalieren

  • Maske des Hintergrundes anlegen, Person im Vordergrund ausmaskieren
Maske des Hintergrunds anlegen

Maske des Hintergrunds anlegen

Freistellen durch Maskieren

Habt ihr allerdings ein nicht vor neutral-grauem Hintergrund geschossenes Foto, müsst ihr ein wenig anders vorgehen:

  1. Zunächst solltet ihr eure Ebene, auf der sich das Bild befindet, duplizieren und die oben liegende Ebene auswählen.

    Abbildung 1: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 1: Freistellen in Photoshop

  2. Wählt anschließend das Schnellauswahl-Werkzeug auf der linken Seite oder mit dem Shortcut W aus. Es könnte sein, dass ihr an dieser Stelle den Zauberstab seht. Sollte dies der Fall sein, haltet auf diesem die linke Maustaste gedrückt und ihr sehr eine Werkzeug-Auswahl, unter der sich auch die Schnellauswahl befindet.

    Abbildung 2: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 2: Freistellen in Photoshop

  3. Da wir nun zunächst eine Auswahl ziehen möchten, achtet bitte darauf, dass ihr im oberen Menü den Kreis mit dem + angewählt und eine passende Pinselgröße eingestellt habt.

    Abbildung 3: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 3: Freistellen in Photoshop

  4. Nun „malt“ ihr mit dem Werkzeug den Bereich nach, den ihr später entfernen möchtet. Eine grobe Auswahl ist erst einmal ausreichend.

    Abbildung 4: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 4: Freistellen in Photoshop

  5. Anschließend klickt auf „Auswählen und Maskieren…“ im oberen Menü des Werkzeugs. Auf der rechten Seite erscheint ein neues Fenster mit einigen Einstellmöglichkeiten

    Abbildung 5: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 5: Freistellen in Photoshop

  6. Bevor es nun weiter geht, solltet ihr die für euch passendste Ansicht finden. In meinem Fall bevorzuge ich die „Auf Schwarz“-Ansicht, da diese alles, was später nicht mehr sichtbar ist, abdunkelt.

    Abbildung 6: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 6: Freistellen in Photoshop

  7. Ehe ihr euch jedoch den ganzen Schiebereglern widmet, solltet ihr zunächst die Auswahl etwas verfeinern. Das funktioniert hier exakt genauso, wie vorher. Habt ihr den Addieren-Modus ausgewählt, könnt ihr zudem mit gedrückter Alt-Taste zum Subtrahieren-Modus umschalten.
  8. Ist die Auswahl nun relativ exakt, kommen wir zu den Schiebereglern auf der rechten Seite unter der Ansicht. Denn dort könnt ihr außerdem einige Werte anpassen:
    • Abrunden: Damit könnt ihr einstellen, inwieweit gezackte Kanten geglättet, also die Auswahl verbessert werden soll.
    • Weiche Kante: Hier regelt ihr, wie weich die spätere Kante des freigestellten Objektes sein soll. Dies macht besonders viel Sinn, wenn das freizustellende Objekt an den Kanten nicht ganz scharf ist.
    • Kontrast: Dies ist sozusagen das Gegenteil des Weiche Kante-Reglers, denn damit könnt ihr die Kante härter stellen.
    • Kante verschieben: Mit diesem Regler könnt ihr abschließend noch die Auswahl erweitern oder verkleinern.

      Abbildung 7: Freistellen in Photoshop

      Abbildung 7: Freistellen in Photoshop

  9. Habt ihr eure Werte so angepasst, dass das Objekt komplett und sauber abgesetzt ist, müsst ihr nur noch etwas nach unten Scrollen. Da wir nun den Hintergrund ausgewählt haben, klickt einmal auf „Umkehren“, um euer Objekt auszuwählen.

    Abbildung 8: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 8: Freistellen in Photoshop

  10. Weiter unten solltet ihr unter „Ausgabe in:“ Neue Ebene mit Ebenenmaske wählen. Manchmal kann es Sinn machen den Haken bei „Farben dekontaminieren“ zu setzen, um Farbränder zu entfernen. In diesem Fall war dies jedoch eher kontraproduktiv, also haben wir darauf verzichtet.
  11. Klickt nun „OK“ und ihr erhaltet euer fertig freigestelltes Objekt.
  12. Sollte euch das Ergebnis noch nicht zu 100% gefallen, könnt ihr die Ebenenmaske natürlich jederzeit mit einem Pinsel und Weiß oder Schwarz verändern. Klickt hierzu einfach in der Ebenenauswahl auf die Ebenenmaske und malt drauf los!

    Abbildung 9: Freistellen in Photoshop

    Abbildung 9: Freistellen in Photoshop

Farbanpassung

Da bei getauschten Hintergründen sehr oft schnell auffällt, dass die Person nicht wirklich vor dem Hintergrund abgelichtet wurde, machen wir uns unsere Vorarbeit mit den Masken etwas zu Nutze und lassen den Hintergrund farblich auf die Person „abstrahlen“. Somit erzeugen wir die Wirkung, die Person hätte wirklich vor dem entsprechenden Hintergrund gestanden.

Dazu macht ihr Folgendes: Nehmt ihr eine Kopie der Hintergrundebene, invertiert die Maske der Person. Benutzt abschließend den Gaußschen Weichzeichner mit einer sehr hohen Zahl, sodass der Hintergrund nahezu nur noch aus Farben, keinen Strukturen mehr besteht. Nachträglich kann man noch die Deckkraft etwas anpassen und schon ist eure Person schön mit dem Hintergrund verschmolzen.

 

Duplizierter Hintergrund, invertierte Maske, Gaußscher Weichzeichner

Duplizierter Hintergrund, invertierte Maske, Gaußscher Weichzeichner

 

Nachberarbeitung mit Retusche und Dodge-and-Burn

Nachberarbeitung mit Retusche und Dodge-and-Burn

So in Etwa könnte dann das Ergebnis aussehen:

 

 

Jessica Bearbeitet - Hintergrund tauschen

Jessica Bearbeitet – Hintergrund tauschen

 

Fazit

Ihr seht also, wie schnell man Objekte freistellen und in völlig andere Umgebungen wieder einpassen kann. Mit dieser Funktion habt ihr somit ein mächtiges Werkzeug der Fotografen kennengelernt. Natürlich gehören noch einige weitere Schritte dazu, um euer Composing wirklich realistisch wirken zu lassen. Doch darauf werden wir später genauer eingehen.

Am Besten könnt ihr all diese Schritte natürlich lernen, wenn ihr sie selbst einige Male komplett durchlauft und ausprobiert. Und davon möchten wir euch jetzt nicht länger abhalten. Jetzt heißt es Ausprobieren!

 

Aber vergesst natürlich nicht nächsten Dienstag wieder vorbei zu schauen, wenn es wieder neue nützliche Tipps und Tricks rund ums Thema Fotografie gibt. Bis dahin eine schöne Woche 🙂

Autor: Kevin

Mein Name ist Kevin Schipper, ich bin 22 Jahre alt und studiere Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

7 Life-Hacks für Fotografen – spare bares Geld!
Fotospot Dom zu Fulda
Bewerte diesen Beitrag
Sending
User Review
3.33 (3 votes)