Makrofotografie - Hummel auf Sonnenblume

Makrofotografie – Hummel auf Sonnenblume

Aufnahmen aus der Makrofotografie faszinieren immer wieder Groß und Klein. Sie geben Einblicke in Gebiete, die mit bloßem Auge oft nur schwer sichtbar sind oder begeistern durch surreal groß dargestellte Objekte und Lebewesen unseres Alltags. Doch wie genau macht man eigentlich solche Aufnahmen? Und ist das wirklich so schwer, wie oft behauptet wird? Wir zeigen es euch!

 

 

Was ist Makrofotografie?

In der Makrofotografie geht es überwiegend um die nähere, besonders detailreiche Betrachtung verschiedenster Objekte und Lebewesen. Dabei steht das Objekt selbst im Mittelpunkt und nicht dessen Umgebung. Und auch wenn den Meisten wohl bei dem Begriff „Makrofotografie“ zuerst Fotos von verschiedenen Insekten in den Kopf kommen, ist dieser Bereich keineswegs darauf beschränkt. Im Gegenteil: Erlaubt ist alles, was besonders nah betrachtet ein interessantes Motiv bietet. Natürlich handelt es sich bei Insekten durch ihre Anatomie um die wohl interessantesten Motive, doch auch Blumen, Pilze und sogar Gerichte und Lebensmittel können durch die Makrofotografie sehr interessant dargestellt werden.

 

Makrofotografie - Frosch im Teich

Makrofotografie – Frosch im Teich

 

Aber warum eigentlich? Durch die ungewohnte Perspektive und Nähe, wirken die Objekte für den Betrachter extrem ungewohnt, fast unbekannt. Man nimmt einen Standpunkt ein, den man im Alltag nicht einmal annähernd erreichen würde. Deshalb ist die Makrofotografie auch für die Bildung eine enorme Bereicherung.

Und ab wann praktiziere ich Makrofotografie? Eine wirkliche Regelung, ab wann man ein Foto als Makrofotografie bezeichnet gibt es nicht. Es soll zwar eine DIN geben, die dies spezifiziert, jedoch scheint sich niemand dafür zu interessieren. Warum auch? Schließlich geht es ja ums Ergebnis, und nicht um irgendwelche Normen. Deshalb bezeichnet man in der Regel alles als Makrofotografie, was mit einem Makroobjektiv aufgenommen wurde.

 

 

Welche Technik wird in der Makrofotografie eingesetzt?

Grundsätzlich kommt in der Makrofotografie im professionellen Bereich eine Menge sehr teure Technik zum Einsatz. Das ist jedoch eigentlich in jedem Bereich so. Und natürlich gibt es auch hier eine Menge günstiger Alternativen, die gerade für den Hobby-Bereich vollkommen ausreichend sind.

 

Objektive

Makroobjektive sind die allgemein gängige Form von Objektiven für die Makrofotografie. Sie verfügen über einen größeren Abbildungsmaßstab, als herkömmliche Objektive. Dieser beträgt in der Regel 1:2 oder 1:1. Oft gibt es Zoom-Objektive, die als Makro gekennzeichnet sind, jedoch handelt es sich bei Makroobjektiven eigentlich um Festbrennweiten im Bereich 40 mm bis 200 mm, wobei sich die 105 mm Version am Besten für Insekten und kleinere Tiere eignet.

Lupenobjektive haben nochmal einen größeren Abbildungsmaßstab, als Makroobjektive. Sie sind für die Fotografie im Nahbereich ausgelegt und eigentlich nur mit einem Balgengerät sinnvoll einsetzbar, da eine Fokussierung nur über das Verändern des Abstands möglich ist. Da sie jedoch sehr aufwendig herzustellen sind und selten gekauft werden, sind sie nur noch wenig verbreitet und sehr teuer.

 

Makrofotografie - Libelle am Pool

Makrofotografie – Libelle am Pool

 

Balgengerät

Makrofotografie - Balgengerät

Makrofotografie – Balgengerät [Von User Smial on de.wikipedia – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 de]

Das Balgengerät ist ein für die Makrofotografie sehr wichtiges Utensil. Dabei handelt es sich um einen lichtdichten, in der Länge verstellbaren Kasten, der zwischen Kamera und Objektiv angebracht wird. Euch sollte diese Vorrichtung von sehr alten Kameras bekannt vorkommen, wo sich zwischen Linse und Kamera ein ziehharmonika-artiger Kasten befand. Mit dem Balgengerät kann man so, durch verändern des Abstands von Objektiv zu Kamera, näher an das Objekt heranzoomen und den Fokus verändern, ohne die Kamera bewegen zu müssen. Leider sind solche Balgengeräte oft sehr teuer und es gibt nur wenige preiswerte Modell.

 

 

 

 

Zwischenring

Der Zwischenring ist die günstige Alternative zum Balgengerät. Hierbei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um einen Ring, der den Abstand von Objektiv zu Kamera etwas vergrößert. Da es sich hierbei jedoch um einen festen Körper handelt, erhält man damit keine Möglichkeit Einstellungen vorzunehmen. Des Weiteren kommt es durch den vergrößerten Abstand von Objektiv zu Kamera auch zu einem Verlust der Lichtstärke. Dieser lässt sich aber aufgrund des deutlich geringeren Preises gut verkraften.

 

Makrofotografie - Zwischenring

Makrofotografie – Zwischenring [Von Tamasflex – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikipedia]

Umkehrring

Der Umkehrring besitzt auf der einen Seite ein Gewinde für den Filteraufsatz des Objektivs und auf der anderen Seite ein Bajonett für die Kamera. Somit ermöglicht er es das Objektiv in der Retrostellung, also in umgekehrter Richtung, an die Kamera anzubringen. Das mag zunächst erst einmal blöd klingen, kann euch aber einen deutlich höheren Abbildungsmaßstab für wenig Geld ermöglichen. Leider gehen durch die Nutzung des Umkehrrings auch alle Funktionen des Objektivs verloren und ihr könnt nur noch durch Verändern des Abstands fokussieren.

 

 

Wie funktioniert Makrofotografie?

Dadurch, dass hier das Objekt oder Lebewesen im Vordergrund steht, strebt man in diesem Fall eine sehr geringe Tiefenschärfe an. Wie wir bereits gelernt haben, bedeutet das also, dass unsere Blende besonders weit geöffnet (kleine Blendenzahl) sein muss. Mit der geringen Tiefenschärfe kommt jedoch auch wieder die Schwierigkeit des Fokussierens. Aus diesem Grund sollte man auf keinen Fall die Blende einfach voll öffnen und auf gut Glück abdrücken. Versucht einen guten Mittelweg zu finden. Sucht euch eine Blende, die eine schöne Unschärfe bringt und eueren Schärfebereich gleichzeitig nicht kleiner, als euer Objekt werden lässt.

 

Makrofotografie - Hummel auf Sonnenblume

Makrofotografie – Hummel auf Sonnenblume

 

Genau wegen dieses geringen Schärfebereichs solltet ihr eure Motive immer von einem Stativ aus fotografieren. So könnt ihr in Ruhe fokussieren und müsst euch keine Gedanken darum machen, dass sich der Fokus durch eure Bewegungen verändert. Dadurch könnt ihr einen wesentlich kleineren Schärfebereich wählen, der unter Umständen exakt das Objekt abdeckt.

Des Weiteren empfiehlt sich ein Fernauslöser, durch den ihr eure Kamera nicht mehr berühren müsst, wenn diese perfekt eingestellt ist.

 

 

Kann ich in der Makrofotografie blitzen?

Natürlich! Und oft ist das auch eure einzige Möglichkeit. Denn gerade, wenn Belichtungszeit und ISO voll ausgereizt sind, ihr aber die Blende noch weiter schließen müsst, um das gesamte Objekt scharf zu bekommen, kann es sehr schwierig werden ein vernünftig belichtetes Bild zu erhalten. Euch bleibt nur noch der Blitz.

 

Welchen Blitz kann ich verwenden?

Die naheliegendste Lösung ist natürlich der Aufsteckblitz, den ihr vermutlich ohnehin schon im Schrank stehen habt. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn diese Blitze sind in der Regel nicht für den Nahbereich ausgelegt und somit oft zu stark. Dadurch könnte der Blitz auf eurem Foto für sehr harte Schatten oder Schattenwurf des Objektivs sorgen. Solltet ihr dennoch keine andere Möglichkeit haben, empfiehlt es sich einen Diffusor einzusetzen und ggf. entfesselt von einem nicht ganz so nahen Standpunkt aus zu blitzen. Dadurch könnt ihr die Stärke des Blitzes etwas abschwächen und den Schattenwurf des Objektivs vermeiden.

Oft sind sogenannte Ringblitze fürs Objektiv auch als Makro-Blitz gekennzeichnet. Diese werden auf dem Objektiv angebracht und bestehen in der Regel aus einem LED-Kreis. Zudem sind gerade für Einsteiger bereits relativ günstige Varianten erhältlich. Doch genau, wie beim großen Bruder, der Ringleuchte, auch, nehmen diese Blitze die Plastizität aus dem Bild. Da diese jedoch besonders bei filigranen Objekten erwünscht ist, solltet ihr bei der Nutzung des Ringblitzes auch eine zweite Lichtquelle nutzen. Diese wird dann so positioniert, dass sie die Helligkeit des Bildes nur noch gering beeinflusst, gleichzeitig aber durch leichten Schattenwurf Plastizität ins Bild bringt.

Das optimale Werkzeug für die Makrofotografie ist allerdings der Zangenblitz. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung, mit deren Hilfe ihr rechts und links der Linse des Objektivs zwei voneinander unabhängig steuerbare Blitze platziert. Diese unabhängige Steuerung ermöglicht es selbst bestimmen zu können wie viel Plastizität euer Bild bekommt und die Stärke der Blitze ist an die Makrofotografie angepasst. Somit eignet sich der Zangenblitz für diesen Zweck am Besten, ist aber auch die teuerste der hier aufgeführten Varianten.

 

Makrofotografie - Lebensmittel

Makrofotografie – Lebensmittel

 

Fazit

Ihr seht also, die Makrofotografie kann sehr teuer werden, es gibt aber auch einige preiswerte Alternativen für Einsteiger. Diese sind zwar nicht immer ganz so komfortabel, wie ihre professionellen Vorbilder, dies wird jedoch vom drastischen Preisunterschied ausgeglichen.

Die oft sehr beeindruckenden Ergebnisse der Makrofotografie geben außerdem einen großen Anreiz, es einmal selbst auszuprobieren und genau das möchte ich euch auf jeden Fall ans Herz legen. Selbst wenn ihr nicht die professionellste Ausrüstung habt, versucht es trotzdem einmal und ihr werdet überrascht sein, wie gut es am Ende aussieht!

Das wars vorerst mit dem Beitrag zur Makrofotografie. Wenn ihr noch mehr über Fotografie lernen wollt, schaut auch am Donnerstag wieder vorbei, wenn euch Lucas ein weiteres spannendes Thema aus diesem Bereich vorstellt. Bis dahin eine schöne Woche 🙂

Autor: Kevin

Mein Name ist Kevin Schipper, ich bin 22 Jahre alt und studiere Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

Kamera Filter - sinnvoll oder sinnlos?
Photoshop oder Lightroom - Was setze ich wo ein?
Bewerte diesen Beitrag
Sende
Benutzer-Bewertung
0 (0 Stimmen)