clevere Aufbewahrungsmöglichkeiten für's Büro

clevere Aufbewahrungsmöglichkeiten für’s Büro

Heute widmen wir uns einem etwas ausgefalleneren Thema: Eine Wohnung fotografieren – also einem Gebiet der Architekturfotografie. Dieser Beitrag entstand als Kooperation mit Julia von www.myhomeismyhorst.de. Sie ist bekannt für bunte, kreative und stilvolle Wohnungseinrichtungen und zeigt uns einige Bilder vergangener Arbeiten und wir beschreiben, wie sie aufgenommen werden. Schaut auch gerne mal bei Julia vorbei – bei ihr gibt’s unzählige Ideen für euer neues – oder auch altes – Heim, teilweise auch sehr kostengünstig und richtig chic!

 

 

Kamera-Setup

Für viele von Euch ist das Thema Fotografie eine große Leidenschaft und es wird oftmals sehr viel Geld in die „perfekte“ Technik investiert. Braucht man das überhaupt für schöne Fotos eurer Wohnung? Kurz gesagt: Nein. Schon mit einer einfachen Ausrüstung lassen sich richtig gute Bilder aufnehmen.

Julia nutzt für ihre Fotos eine Canon 70D und 35mm und 50mm Festbrennweiten. Bei Architekturfotografie kommt es vielmals eher auf das richtige Objektiv als auf die Kamera an. Die beiden Objektive mit 35 und 50mm haben bei der Architekturfotografie einen großen Vorteil, da sie durch die wenigen verbauten Linsen eine sehr deutliche Abbildungsleistung haben und die fotografierten Motive in der Wohnung kaum verzerren. Weiterhin sind diese mit einer maximalen Offenblende von f1.8 sehr lichtstark und benötigen weniger Umgebungslicht für helle Fotos.

Die Verzerrung ist besonders bei ebenfalls oft eingesetzten Weitwinkelobjektiven ein Thema, was dringend Beachtung finden muss. Zwar lassen sich mit Brennweiten unterhalb der 20mm-Marke deutlich größere Bereiche gleichzeitig ablichten, was dafür sorgt, dass der Raum erheblich größer und weitläufiger aussieht, aber den Nebeneffekt hat, dass Möbel und Objekte an den Rändern der Bilder in die Breite gezogen werden. Dieser Effekt lässt sich mit Photoshop mit wenigen Klicks ausgleichen, weshalb sich solche Aufnahmen oft auf Hotelbuchungs-Plattformen wiederfinden und dem Urlauber große Zimmer präsentieren, die dann nach der Buchung in der Realität meist wesentlich kleiner sind.

Beim Kauf der Kamera und der Objektive sollte man auf das Zusammenspiel achten. Wie im Beispiel von Julia haben ihre Objektive eine angegebene Brennweite von 35, bzw. 50mm. Diese Angabe bezieht sich aber immer auf die Kameras mit Vollformatsensor. Da sie eine APS-C, also handelsüblichere Kamera benutzt, findet hier der Crop-Faktor eine Anwendung. Bei Canon liegt diese bei 1,6. Somit haben die Objektive eine tatsächliche Brennweite von 56mm (35mm*1,6) und 80mm (50mm*1,6). Das ist natürlich nicht weiter schlimm, muss nur beim Kauf bedacht werden, da sich hierdurch der Bildausschnitt verkleinert.

 

 

clevere Aufbewahrungsmöglichkeiten für's Büro

clevere Aufbewahrungsmöglichkeiten für’s Büro

 

Stative – Helferlein für bessere Fotos

Auch ein Stativ sollte zur Ausrüstung gehören, wenn man die eigene Wohnung ablichten möchte. Da die Kamera ruhig steht, kann man sich viel besser auf den Bildausschnitt und die Wohnung konzentrieren. Besonders wichtig ist das in Wohnungen mit nur wenig Licht, sofern keine Foto-Beleuchtung vorhanden ist, da ihr die Belichtungszeit problemlos auf mehrere Sekunden stellen könnt, ohne das Bild zu verwackeln.

 

Beleuchtung

Ein großer Aspekt bei der Aufnahme von Wohnungs-Fotos ist die richtige Beleuchtung. Bei Fotos aus Räumen solltet ihr darauf achten, die Farben möglichst realitätsnah auf eurem Foto abzulichten. Ein zu dunkles oder helles Licht ist hierbei sehr hinderlich. Auch zu warmes oder zu kaltes Licht stört das Bild. Ist das Bild zu dunkel, wirken die Farben und Motive oft dreckig, sind sie zu hell, fühlt es sich schnell so an, als ist das Wohnzimmer mitten in einer riesigen Fabrikhalle aufgebaut.

 

Stühle am Esstisch - Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/

Stühle am Esstisch – Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/

Am Foto oben kann man super sehen, wie wichtig das richtige Licht ist und was vor Allem die Tiefenunschärfe eines Objektivs mit kleiner Offenblende für Auswirkungen auf das Bild hat.

Der Fokus liegt auf dem gut ausgeleuchteten Esstisch und auf den dazugehörigen Stühlen, weshalb der Blick auch sofort dort hin wandert. Im weiteren Verlauf des Hintergrunds wird es dunkler und unschärfer. Die klaren Kanten und Konturen der Möbel im Fokus sprechen eine deutliche Sprache: Sie wirken ordentlich, sauber und einladend. Der Hintergrund ist ein wenig düsterer aber dennoch strahlt er, wie der Rest des Bildes eine gemütliche Atmosphäre aus.

Ist euer zu fotografierender Raum zu dunkel könnt ihr mit Studioblitzen oder anderen Dauerlichtern nachhelfen. Habt ihr keine Studioblitze zur Hand, reicht schon ein einfacher Baustrahler, den ihr, besonders bei Räumen mit höheren Decken gegen eben diese gegenstrahlen lassen könnt. Idealerweise ist die Raumdecke noch mit einer hellen Farbe gestrichen, so strahlt sie das Licht auf den gesamten Raum ab und hellt ihn ohne harte Schatten gleichmäßig auf. Könnt ihr nicht über die Decke aufhellen oder ein Baustrahler ist viel zu hell, richtet ein dunkleres Licht direkt auf euer Motiv und haltet einen Diffusor oder ein Bettlaken in ausreichend großem Abstand vor den Scheinwerfer.

Ein großer Vorteil des Dauerlichts ist, dass – gerade für Fotografie-Einsteiger wichtig – ihr sofort die Auswirkungen des Lichts auf eure Wohnung seht.

 

Bilder aufnehmen

 

türkises Badezimmer

türkises Badezimmer

 

Bei der Aufnahme eurer Fotos ist es wichtig, dass ihr möglichst genau arbeitet um so wenig wie möglich nachbearbeiten zu müssen. Julia bearbeitet wenig an ihren Bildern und achtet zum Beispiel bereits bei der Aufnahme darauf, dass die im Bild sichtbaren Linien gerade sind und sie wie im Bild oben auch nicht im Spiegel oder in Scheiben als Spiegelung zu sehen ist. Je besser auch die Beleuchtung ist, desto weniger Arbeit habt ihr nachher.

Habt ihr die Kamera auf einem Stativ stehen und nehmt damit die Bilder auf, ist es wichtig, bei Langzeitbelichtungen von mehreren Sekunden in dunklen Räumen wichtig, entweder einen Fernauslöser zu verwenden oder den Selbstauslöser mit Zeitvorlauf und eventuell die Spiegelvorauslösung einzuschalten um Verwackelungen zu meiden.

 

Bilder beschneiden

Wer sagt, dass Bilder immer nur im Format 16:9 oder 4:3 sein dürfen? Wenn euer Bild zu viel Raum und damit für die Aussage des Bildes zu viele Informationen, setzt Bildbearbeitungs-Software wie Photoshop oder GIMP ein und beschneidet das Bild auf den Ausschnitt eurer Wahl. Dabei dürft ihr ruhig mutig sein und auch Objekte am Bildrand anschneiden und nur teilweise darstellen. Oftmals regt das den Betrachter an, genauer hinzuschauen.

 

Wohnzimmer in lila

Wohnzimmer in lila

 

Im Foto oben gut erkennbar ist, dass trotz Anschnitt und außergewöhnlichem Format alles Wichtige auf dem Foto erkennbar, dennoch aber nicht zu viel drum herum zu sehen ist. Da jeder weiß, wie ein Sofa aussieht, kann man trotz der fehlenden Informationen das Sofa erkennen und in Gedanken das komplette Möbelstück erkennen.

 

Farb-Nachbearbeitung

Auch wenn Julia nicht viel bearbeitet wollen wir hier zumindest kurz auf die Möglichkeiten eingehen.

Um aus Euren Bildern noch bessere Bilder zu machen, ist es ratsam, das Bild vorab zu begradigen und etwas nachzuschärfen. Danach können stürzende Linien mit verschiedenen Tools begradigt werden. Eine Farbkorrektur, bzw. eine Anpassung des Rohbildes ist ebenfalls wichtig. Habt ihr bei der Aufnahme in der Wohnung nicht genügend Licht zur Verfügung gehabt, sind in Photoshop Nachbelichter und Abwedler die Werkzeuge eurer Wahl.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die Fotos zu perfektionieren, wir wollten ja aber auch nur kurz auf die Nachbearbeitung und die wichtigsten Punkte eingehen.

 

Holzbalken im Wohnzimmer

Holzbalken im Wohnzimmer

 

Fazit

Wohnung fotografieren leicht gemacht – spätestens nach diesem Blogbeitrag kann sich jeder an seiner eigenen Wohnung versuchen. Wie fast immer in unseren Beiträgen behandeln wir Themen, die ohne riesen Profi-Equipment umsetzbar sind. Probiert es aus und achtet auf unsere Tipps und Tricks, dann kann nichts schief gehen.

Wem die eigene Wohnung zu langweilig ist, probiert es bei Familie und Freunden aus – und wenn auch da keine schöne Wohnung dabei ist, schaut bei Julia für ein paar coole Einrichtungstipps vorbei.

Kevin und ich sind jetzt die nächsten Beiden Wochen in der Prüfungsphase. Deshalb werden von uns in dieser Zeit wahrscheinlich leider keine Beiträge kommen, wir sind aber ab Dienstag dem 27.02 wieder für Euch mit neuen Themen da. Bis dahin könnt ihr uns gerne auf Instagram und Facebook folgen um keine News und Infos zwischendurch zu verpassen!

 

Fotos: Julia Ballmaier – www.myhomeismyhorst.de

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

Bildaufteilung: Drittel-Regel, Goldener Schnitt, Goldene Spirale