Sophia am Emaillierwerk mit Aufsteckblitz

Sophia am Emaillierwerk mit Aufsteckblitz

Nun, mit Blogeinträgen ist es eben manchmal, wie mit Zügen der Deutschen Bahn. Sie kommen zu spät – aber immerhin, sie kommen.

Unser Thema für diesen Blogpost: Fotografieren mit Aufsteckblitz. Wie kann ich einen Aufsteckblitz benutzen, was bietet er mir für Vorteile und wo reicht ein Aufsteckblitz vielleicht auch nicht mehr aus?

 

 

Aufsteckblitz – was ist das?

Wer viele Events oder Dinge im Dunkeln fotografiert, kommt zwangsläufig nicht an Blitzlichtern vorbei. Ist man dabei viel unterwegs sind die Studioblitze in der Regel sehr hinderlich. Sie nehmen viel Platz weg, sind meist schwer und benötigen einen dauerhaften Stromanschluss.

Abhilfe schaffen da wesentlich kompaktere Aufsteckblitze. Sie werden mit Akkus versorgt, sind einfach zu transportieren und haben – sofern man ein paar Euro dafür ausgibt – eine super Lichtausbeute.

 

Nikon Speedlight SB5000 - Foto: Nikon

Nikon Speedlight SB5000 – Foto: Nikon

 

Da wir Beide mit Nikon-Kameras fotografieren, zeigen wir euch hier ein Blitzgerät von Nikon. Selbstverständlich gibt es für andere Kameras ebenfalls Aufsteckblitze. Auch Fremdhersteller sind hier gut vertreten.

 

Blitzen auf der Kamera

Am Häufigsten sind die Aufsteckblitze, wie der Name bereits vermuten lässt, auf den Kameras zu finden. Viele Modelle haben zwar einen Ausklappblitz eingebaut, dieser ist aber oft zu schwach oder auf Grund seiner festgelegten Bauform nur in wenigen Situationen sinnvoll einsetzbar. Ein Aufsteckblitz steht über die Kamera hinaus und lässt sich in seiner Leuchtrichtung einstellen. Auch die Intensität ist hier variabel.

Die meisten Blitze unterstützen ebenfalls TTL-Einstellung, sodass die Blitze sich Werte der Belichtungszeit, ISO, Blende und Brennweite aus der Kamera holen und entsprechend automatisch danach die Intensität und Leuchtweite einstellen können.

Nikons „große“ Speedlight-Serie schafft es somit sogar im Sport-Aufnahmemodus mitzuhalten und entsprechend schnell nachzuladen und zu blitzen (zumindest solange man ordentliche und vor Allem volle Akkus hat).

 

Kabelloses Auslösen des Aufsteckblitzes

Wem das Blitzen auf der Kamera zu einfach oder unflexibel ist, kann Funkauslöser benutzen und sozusagen dem Blitz erlauben, die weite Welt abseits der Kamera zu erkunden. Diese gibt es bereits für wenige Euro – haben dann allerdings den Nachteil, dass sie TTL nicht unterstützen und man den Blitz immer manuell einstellen muss. Gibt man etwas mehr aus, können die Funkauslöser sogar TTL-Signale übertragen. Klassischerweise nutzt man die Kabelfreiheit aus und verbindet mit einer Kamera gleich mehrere Blitzköpfe um eine breitere Ausleuchtung oder Effektlichter zu erhalten. Man kann einen kabellos auslösenden Blitz auf beispielsweise hinter eine Person stellen, um Streiflichter zu erzeugen.

Wer für unterwegs einen leichten Blitz haben möchte und kann sich mit der geringeren Lichtausbeute als bei Studioblitzen abfinden, der sollte sich eine Softbox mit Stativ für den Aufsteckblitz zulegen. Mit einer solchen Softbox, die auseinander gebaut nicht viel größer als ein Schuhkarton ist, wurde das nachfolgende Bild geschossen. Wohl bemerkt war hier kein weiteres Licht vorhanden, lediglich am Gebäude.

 

Sophia am Emaillierwerk mit Aufsteckblitz

Sophia am Emaillierwerk mit Aufsteckblitz

 

Man sieht leider aber schnell, wann ein solcher Blitz an seine Grenzen kommt. Für großflächige Ausleuchtung von Plätzen oder großen Menschengruppen eignet sich ein solches System nicht.

Ein weiterer Aspekt, wozu sich Aufsteckblitze eignen: man kann mit ihnen auf Grund ihrer oft schnellen Abbrennzeit Objekte auch bei etwas längeren Belichtungszeiten in ihrer Bewegung „einfrieren“. In einem Workshop wurde das folgende Bild aufgenommen.

 

Aufsteckblitz - Objekte einfrieren

Aufsteckblitz – Objekte einfrieren

Drei Würfel, von oben in ein Aquarium fallen gelassen, von rechts und oben jeweils ein funkausgelöster Aufsteckblitz sowie ein schwarzer Pappkarton als Hintergrund. Die Kamera steht auf einem Stativ mit Fernauslöser. Jetzt heißt es nur noch „im richtigen Moment“ auszulösen. Viele kennen diese Art von Fotos wohl mit Äpfeln, Orangen oder anderen Früchten. Was man genau im Wasser versenkt, spielt keine Rolle.

 

Fazit: Vor- und Nachteile

Klare Vorteile von einem Aufsteckblitz sind das Gewicht, die Stromanschlussunabhängigkeit und die im Vergleich zu den Klappblitzen sehr hohe Lichtausbeute mit Richtbarkeit.

Da die Aufsteckblitze nicht für den gleichen Einsatz wie Studioblitze konzipiert sind, sehen wir das nicht als direkten Nachteil an. Selbstverständlich sollte klar sein, dass die Blitzleistung deutlich höher ist, wenn ein größerer Blitz mit Stromanschluss eingesetzt wird. Dennoch ist es eine gute Lösung, will man sich keine Studioblitze anschaffen und sucht eher etwas für den mobileren, eher hobbymäßigen Einsatz. Studioblitze gibt es beispielsweise von Hensel oder Jinbei auch mit Akku, diese liegen dann aber meist außerhalb des Budgets eines Hobbyfotografen.

Fotografieren mit Aufsteckblitz ist definitiv eine interessante Sache und das sollte auch jeder mal ausprobiert haben. Besonders für Anfänger oder Neueinsteiger eigenen sich Aufsteckblitze von Fremdherstellern. Blitze von Yongnuo kann man hier als niedrigpreisige aber durchaus sehr brauchbare Blitzgeräte anführen.

Habt ihr Fragen? Oder Ergebnisse? Her damit in den Kommentaren.

An dieser Stelle nochmal Sorry für die Verspätung des Beitrags – wir sind aktuell nur Beide sehr in unseren Jobs eingespannt. Nächste Woche wird der Artikel wieder wie geplant Mittwochs erscheinen. Bis dahin, eine schöne Woche!

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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