Drohnen-Fotografie - Landschaft

Drohnen-Fotografie – Landschaft

Immer wieder drängen neue Trends auf den Fotografie-Markt. Erst seit Kurzem so richtig bekannt sind Aufnahmen mit einem Multicopter. Wir haben uns einen organisiert und es mal ausprobiert. Was dabei herausgekommen ist, lest ihr im folgenden Beitrag!

 

 

Drohnen und Multicopter mit Kameras

Wie heißt es denn nun? Drohnen? Multicopter? Prinzipiell ist beides das Gleiche.

Umgangssprachlich hört man sehr oft „Drohne„, da sie mit den unbemannten Flugobjekten von Militär und Co verglichen werden. Multicopter ist zumindest fachlich der richtigere Begriff, da es sich eben um einen Copter mit multi, also mehreren Propellern handelt. Von Sport- bis hin zu Lasten-Multicopter gibt es sie so ziemlich für alle möglichen Einsatzgebiete. Filmen und Fotografieren gehört dabei wohl zu den populärsten Gebieten. Auch Feuerwehr und Polizei setzen Multicopter zur Überwachung und Ansicht aus der Luft ein.

Da es uns hier um die Fotografie geht, richten wir unseren Blog-Beitrag jetzt etwas mehr in diese Sparte aus.

Wir haben einen Multicopter mit vormontierter Kamera (Yuneec Typhoon Q500 4K) und einer Fernsteuerung mit Monitor und Live-Übertragung des Kamerabildes aus der Luft.

Die Kamera ist zwar austauschbar, dennoch merkt man dabei schnell, dass der Multicopter an seine Traglast-Grenzen stößt, sobald man Kameras befestigt, die nicht für den Drohnen-Einsatz konzipiert wurden – wir haben auch keinen absolut professionellen Copter aber man kann trotzdem genug damit anfangen und besonders im Hinblick des Preises überraschen die Aufnahmen der Kamera mit sehr gut nutzbaren Ergebnissen in 4K-Auflösung für Foto, sowie Video.

So nun genug zur Theorie und den Einsatzgebieten. Wir gehen fliegen!

 

 

 

Wir haben’s für Euch ausprobiert!

Man besorge sich eine Drohne, bei draußen vorherrschenden Temperaturen im Minus-Bereich dicke Kleidung und los geht’s.

Multicopter-Fotografie - Landschaft

Multicopter-Fotografie – Landschaft am Florenberg

Aber was macht die Fotografie aus der Luft so Interessant? Für uns ganz klar: der Blickwinkel. Das oben stehende Bild ist aus einer Höhe von ca. 25 Metern aufgenommen und bietet definitiv einen Blick, den man ohne Drohne vermutlich nie erhaschen würde.

Multicopter-Fotografie - Kirche

Multicopter-Fotografie – Kirche am Florenberg

Ein weiteres Beispiel für den besonderen Blickwinkel. Gleiche Höhe wie beim Bild vorher, nur um 180 Grad gedreht. Diesmal im Bild die Kirche am Florenberg aus einer ebenfalls nicht alltäglichen Perspektive. Wer schaut denn auch von oben herab auf ein Kirchendach? (Außer Bewohner eines Bergdorfes 😉 )

Multicopter-Fotografie - Wald

Multicopter-Fotografie – Wald

Schonmal einen Wald von oben gesehen, ohne im Flugzeug zu sitzen? Auch das ist mit einem Multicopter nicht unmöglich und lässt besonders bei einem Blick direkt auf den Boden den Betrachter grübeln, was man da denn genau im Bild sieht.

 

 

 

Was gibt es zu beachten?

(Leider) Einiges. Wir haben hier für euch mal das Wichtigste zusammengetragen und es empfiehlt sich, die Regelungen einzuhalten. Alle Infos stammen von hier und auch wir übernehmen hier keine Gewähr für die Vollständig- und Richtigkeit.

Haftpflichtversicherung

Eine wichtige Voraussetzung: prinzipiell ist das Fliegen mit so genannten UAVs (Unmanned Areal Vehicle) erst einmal versicherungspflichtig. Egal ob dies zu reinen Hobbyzwecken oder aus gewerblichen Ambitionen heraus geschieht. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Was viele nicht wissen: die private Haftpflichtversicherung deckt dies in der Regel nicht ab! Es muss also eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. […]

 

Kennzeichnungspflicht

Jede Drohne ab einem Startgewicht über 250 Gramm unterliegt der Kennzeichnungspflicht und muß mit der kompletten Adresse des Halters / Eigentümers gekennzeichnet sein. […]
Zusätzlich muß das Drohnen-Kennzeichen / die Drohnen Plakette lesbar angebracht sein und feuerfest sein! […] Eine Registrierung der Drohne ist nicht erforderlich. Die neue Drohnen-Verordnung empfiehlt eine Aluminium-Plakette. […]

 

Gesetzliches Mindestalter

Ein gesetzliches Mindestalter für das Fliegen von Drohnen gibt es unseres Wissens nach nicht – dies wird aber in der Regel durch die notwendigen Versicherungen bzw. Versicherungsgesellschaften vorgegeben.
Lediglich für Drohnen über 2kg ist das Mindestalter auf 16 Jahre festsetzt (außerdem ist dort zusätzlich ein Drohnenführerschein – ein so genannter Kenntnisnachweis – erforderlich. […]).

 

Wo darf man fliegen und wie hoch darf man fliegen?

Die maximale Flughöhe für Drohnen ist durch die neue Drohnen-Verordnung generell auf 100 Meter über Grund begrenzt.

Außerdem sind die folgenden Dinge beim Fliegen der Drohne verboten:

  • das Fliegen
    • außerhalb der Sichtweite
    • über Wohngrundstücken
    • über Naturschutzgebieten
    • innerhalb eines Radius von 1,5 km zu Flugplätzen
    • in Kontrollzonen, wenn man eine Höhe von 50 Metern überschreitet
    • bei Nacht (nur möglich mit Ausnahmegenehmigung)
    •  mit einer Drohne über 5kg Startgewicht ohne eine spezielle Ausnahmegenehmigung (siehe Ausnahmen unten)

Mindestens 100 Meter Sicherheitsabstand muss eingehalten werden zu:

  • Menschenansammlungen
  • Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen
  • Krankenhäuser
  • Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
  • militärischen Anlagen und Organisationen sowie mobile Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr im Rahmen angemeldeter Manöver und Übungen
  • Industrieanlagen
  • Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs
  • militärischen Anlagen und Organisationen
  • Anlagen der Energieerzeugung und – verteilung

 

Sonstige Regelungen

  • Ab einem Gewicht von 2kg wird ein Flugkundenachweis (auch Drohnen-Führerschein) benötigt. Dieser gilt für 5 Jahre. Die Prüfung muß durch eine anerkannte Prüfungsstelle erfolgen. Dies gilt nicht nur für die gewerbliche sondern auch für die private Nutzung […]
  • Drohnen haben anderen Fluggeräten immer auszuweichen

 

Ausnahmen

zu mehreren dieser Regeln gibt es gesonderte Ausnahmen und Bedingungen. Zum Beispiel:

  • auf ausgewiesenen Modellflugplätzen darf die maximale Flughöhe von 100 Metern überschritten werden
  • über Wohngrundstücken darf man fliegen, wenn der Eigentümer des Grundstückes seine Erlaubnis erteilt hat
  • über Wohngrundstücken darf man fliegen, wenn die Startmasse der Drohne unter 250 Gramm bleibt und die Drohne keine Kamera besitzt und keine optischen, akustischen und Funk-Signale empfangen und aufzeichnen kann.
  • außerhalb der Sichtweite darf geflogen werden mit einer FPV-Brille, wenn die Drohne unter 250 Gramm bleibt, die Flughöhe von 50 Metern nicht überschritten wird und die Drohne in Sichtweite mind. einer weiteren Person fliegt, die den Steuerer vor Gefahren warnen kann.
  • mit einer Drohne über 5kg darf geflogen werden, wenn eine Ausnahmegenehmigung eingeholt wurde“ (Quelle)

 

 

Fazit

Multicopter-Fotografie - Main

Multicopter-Fotografie – Main

Die zahlreichen oben genannten Regelungen mögen einen ambitionierten Fotografen, der sich über einen Multicopter Gedanken macht erst einmal abschrecken und vom Kauf eines Copters abhalten. In der tatsächlichen Anwendung ist es dann aber gar nicht so schlimm – für private Zwecke sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass der Copter nicht schwerer als 2KG ist. Piloten mit einem gewissen Geschick am Joystick sollte die Fliegerei dank GPS-gestützen Drohnen einfach fallen und sehr schnell Spaß machen. Umso mehr Spaß macht es natürlich bei sehr gutem Wetter, denn dann gibt’s auch besonders schöne Fotos. Wir können es jedem raten: probiert es aus! Es muss auch nicht die teuerste Drohne sein, die euer Elektronik-Markt um die Ecke anbietet. Wir sind gespannt auf euer Feedback und eure Bilder! 🙂

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

Fotografie in Schwarz/Weiß oder Farbe?
Alte Fotos kolorieren - So geht's
Bewerte diesen Beitrag
Sending
User Review
0 (0 votes)