Nachthimmel am drei Länder Eck

Nachthimmel am drei Länder Eck

Der Nachthimmel mit seiner unendlichen Weite ist etwas Spektakuläres, gleichzeitig atemberaubend, beängstigend und faszinierend. Mit nahezu jeder Kamera lässt sich am klaren Nachthimmel deutlich mehr sichtbar machen, als das menschliche Auge ohne Hilfsmittel je erfassen könnte. Weit entfernte, von anderen überstrahlte Sterne, Galaxien oder auch einfach nur Krater auf der Mondoberfläche. Wer Spaß am Fotografieren hat und obendrein eine Nacht-Eule ist, sollte definitiv einmal die Kamera nachts auspacken und experimentieren!

 

 

 

 

Aufnahmeorte: Wo erhalte ich das beste Sterne-Foto?

Grundsätzlich kann man Sterne bei klarem Himmel überall fotografieren. Wie viele Sterne dann auf dem fertigen Foto wirklich sichtbar sind, hängt im ersten Schritt erst einmal davon ab, wie dunkel euer Aufnahme-Ort ist. Seid ihr weit entfernt von der nächsten Stadt oder Dörfern ist die Lichtverschmutzung am Nachthimmel deutlich geringer und ihr seht – natürlich auch mit bloßem Auge – deutlich mehr. Da der Kamera-Sensor nur einen gewissen Helligkeitsunterschied darstellen kann, bzw. ein überstrahlter Himmel auf einer Langzeitbelichtung keine Sterne mehr zeigt, sollte auf die Helligkeit des Ortes geachtet werden.

 

Milchstrasse am Drei Länder Eck

Milchstrasse am Drei Länder Eck

 

Das Foto vom Drei-Länder-Eck in der Rhön wurde gute 20-30 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt aufgenommen, daher sind viele, auch kleinere Sterne sichtbar.

 

Funkstelle auf der Wasserkuppe - Nachthimmel fotografieren

Funkstelle auf der Wasserkuppe – Nachthimmel fotografieren

 

Rückt man, wie im Foto oben, etwas näher an eine Stadt heran (hier: Wasserkuppe), erkennt man deutlich das von unten einstrahlende Licht der Stadt und Dörfer, die die Sterne überstrahlen und somit unsichtbar machen. Genauso sind selbst am oberen Bildrand noch deutlich weniger Sterne erkennbar.

 

Supermond am Nachthimmel mit ISS

Supermond am Nachthimmel mit ISS

 

Nimmt man sein Foto direkt in der Stadt auf, verschwinden die Sterne fast gänzlich. In diesem Fall ist daran aber die Lichteinstrahlung des Mondes und eine kürzere Belichtungszeit mit Schuld. Wieso der Mond so rot leuchtet? Dieses Foto entstand in der Nacht des letzten Himmelsereignisses wobei der Mond als Blut-, Super-, und Vollmond auftrat. Der Strich oberhalb des Mondes ist kein Flugzeug, sondern die Internationale Raumstation ISS.

 

 

 

Technik: Was braucht man zwingend, was ist „nice to have“?

Ihr wollt losziehen und das Universum auf eurem Kamerasensor einfangen? Dann solltet ihr das ein oder andere Hilfsmittel einpacken.

Neben eurer Kamera und einem Stativ könnt ihr zusätzlich einen Fernauslöser einsetzen um Verwackelungen vollständig auszuschließen. Auch ein ND-Filter kann hilfreich sein, solltet ihr doch einmal näher an Fremdlicht fotografieren. Somit sind dann längere Belichtungszeiten möglich.

Weitwinklige Objektive sind für solche Aufnahmen empfehlenswert. Durch den breiten Aufnahmewinkel ziehen die Sterne nicht so schnell Trails am Himmel. Je Lichtstärker das Objektiv ist, desto besser.

 

 

 

Tipps zum Bildaufbau

Die Bilder vom Sternenhimmel sind dir zu langweilig? Oft liegt es daran, dass man seine Kamera auf das richtet, was man fotografieren möchte: Sterne. Das ist zwar prinzipiell nicht falsch, dennoch lebt ein Bild oft von Vorder- oder Hintergründen. Um euer Bild aufzulockern, sucht euch einen Ort, wo ihr Bäume, Häuser, Scheunen oder Seen in den Vordergrund rücken und mit deren Wirkung auf das Bild spielen könnt.

 

Tower auf der Wasserkuppe - Nachthimmel

Tower auf der Wasserkuppe – Nachthimmel

 

Auf dem Bild seht ihr schön, dass es durchaus Sinn macht, sich nicht zu sehr auf das Objekt der Begierde zu fixieren, sondern auch die Umgebung einzubinden.

 

 

 

Einstellung der Kamera

Wie bei vielen Themen der Fotografie gibt es hier nicht die perfekte Einstellung. Besonders abhängig sind diese von der Lichtstärke, also der Blende eurer Objektive.

Eigentlich alle Bilder wurden mit einem 12-24mm Weitwinkelobjektiv von Sigma aufgenommen. Die Blende liegt hier im Bereich 4.5-5.6.

Bei Nachtaufnahmen will man meist möglichst viel Licht einfangen, weshalb sich eine lange Belichtungszeit eignet. Man muss allerdings beachten, dass eine zu lange Belichtungszeit auch einen Nachteil haben kann, der unter Umständen nicht gewünscht ist. Belichtet man länger als 30 Sekunden beginnen die Sterne oft, so genannte Star Trails zu erzeugen – Lichtstriche am Himmel.

 

 

 

Fazit

Ein spannendes Thema, welches unbedingt Beachtung finden sollte! Eine einfache Ausstattung reicht bereits aus, um die ersten Erfahrungen zu sammeln. Natürlich kann man das Thema auch weiter ausbauen und ein Tele-Objektiv mit Brennweiten von 500 und mehr Millimetern anschaffen, um näher an den Mond oder Galaxien heran gelangen zu können. Morgen werden wir den Beitrag nochmal etwas weiter ausbauen und noch mehr zum Thema veröffentlichen. Bleibt gespannt!

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

Was bringt der UV-Filter wirklich?
Ohne Blitz fotografieren - Das geht?!