Aufsteckblitz - Streetphotography bei Nacht

Aufsteckblitz – Streetphotography bei Nacht

Ein Aufsteckblitz gehört für ambitioniertere Fotografen oder die, die es noch werden wollen zur absoluten Grundausstattung. Vielmals hilft der eingebaute Blitz des Kamera-Bodys nicht weiter. Er ist zu schwach oder die Position ist ungünstig. Damit der Blitz sich nicht hinter der Gegenlichtblende des Objektivs versteckt, gibt es die deutlich leistungsstärkeren Aufsteckblitze für nahezu jede Kamera.
Über Aufsteckblitze und das Fotografieren mit ihnen hatten wir bereits einen Beitrag geschrieben. Allerdings möchten wir nochmal etwas genauer darauf eingehen, wie ihr einen Aufsteckblitz in einer portablen Softbox als alternative Beleuchtung für den mobilen Einsatz nutzen könnt und auf was man achten sollte.

 

Wie bereits im alten Beitrag erklärt, kann der Aufsteckblitz auch ohne direkte Verbindung zur Kamera genutzt werden. Dafür benötigt ihr dann entweder ein kabelgebundenes System oder, wie wir sie nutzen, mit Funkauslösern. Kabellos seid ihr in diesem Fall deutlich flexibler.

 

Aufsteckblitz - Streetphotography bei Nacht

Aufsteckblitz – Streetphotography bei Nacht

 

 

Funkauslöser – Worauf soll ich achten?

Nunja, sehr wichtig und wahrscheinlich auch einleuchtend: der Auslöser muss mit eurer Kamera funktionieren. Einfache Modelle mit Mittenkontakt (zum Beispiel Yongnuo RF605N) funktionieren eigentlich auf allen Kameras, egal ob Nikon, Canon, Sony oder andere.

Entscheidet ihr euch für eine etwas funktionsfähigere Ausführung (zum Beispiel Yongnuo YN-622N-TX und YN-622N) solltet ihr definitiv darauf achten, für welche Marke die Auslöser geeignet sind. Bessere Funksysteme können das TTL-Signal, also das Steuersignal der Kamera für den Blitz per Funk mit übertragen und benötigen daher die richtigen Kontakte um mit der Kamera zu kommunizieren. Die meisten Hersteller geben an, für welche Kameras der Auslöser funktioniert. Wir haben Auslöser der Firma Yongnuo – klingt chinesisch, ist auch so. Funktioniert aber einwandfrei und wir wurden noch nie im Stich gelassen. Sprechen wir über diese Marke, erkennt man an den Namen der Auslöser bereits die Kamera-Marke. N steht für Nikon, C für Canon.

Könnt ihr nicht am Produktnamen erkennen, wofür sie funktionieren, schaut in die Artikelbeschreibung. Überträgt das System beispielsweise ein i-TTL-Signal, funktionieren sie auf Nikon. Bei e-TTL mit Canon. Ist zwar an sich das Selbe aber wie die Hersteller halt so sind, sie brauchen ihre eigenen Namen für Produkte, die sonst auch noch viele verkaufen. Kennt man ja von diversen Tankstellen, bei denen der Kraftstoff einfach einen super Namen hat, obwohl das Selbe drin steckt…

Zurück zum Thema. Habt ihr nun euren Blitzauslöser gefunden, fehlt noch der passende Blitz. Wir bekommen kein Geld oder Sportwagen für unserem Empfehlungen. Natürlich gibt es auch Auslöser von anderen Firmen. Ebenfalls gute Erfahrungen haben wir mir Auslösern der Firma „Pixel“ gemacht. Auch Hensel bietet sehr gut brauchbare Auslöse-Systeme an. Die beiden Modelle von Yongnuo die oben genannt wurden, setzen wir selbst ein.

 

Aufsteckblitz - Bewerbungsfoto

Aufsteckblitz – Bewerbungsfoto

 

 

Aufsteckblitz kaufen – welcher ist der Richtige?

Hier ist die Auswahl noch viel größer, gefühlt unendlich. Hier will der richtige Kauf gut überlegt sein. Modelle von 50,-€ bis 500,-€ gibt es auf dem Markt. Man kann und sollte sich erstmal eine Grenze im Budget ziehen, ansonsten wird es erfahrungsgemäß unnötig teuer. Es gibt viele Fotografen, die mit der Meinung auftreten „nur original ist gut“. Damit ist dann gemeint, dass nur der Blitz der eigenen Kamera-Marke gut genug ist. Zugegeben, habe ich anfangs selbst so gedacht und habe mir zu meiner Nikon D750 den Nikon SB910 gekauft und kurz nach Markteinführung ca. 450,-€ dafür gezahlt. Warum ich das damals für nötig gehalten habe kann ich heute nicht mehr sagen. Natürlich ist man dabei eher auf der sicheren Seite und hat sicher wenig bis keine Kompatibilitätsprobleme aber notwendig ist es nicht unbedingt.

Vergleichsweise hatte ich mal zum Test einen Aufsteckblitz von Yongnuo auf meiner Kamera. Dieser war technisch und in der Helligkeit dem SB910 keineswegs unterlegen. Ich habe ihn damals lediglich nicht behalten, da ich keinen zweiten Aufsteckblitz brauchte. Ja, hier taucht schon wieder diese eine Marke auf.. Das liegt ganz einfach daran, dass ich sehr von den Funkauslösern überzeugt bin und deshalb auch wissen wollte, wie gut die Blitze selbst sind. Hier haben die Yongnuos einen oftmals sehr wichtigen Vorteil: sie sind trotz ähnlicher oder gleicher Leistung deutlich günstiger. Für einen guten Yongnuo-Blitz zahlt man aktuell etwa 100,-€.

Nichts desto trotz ist bei dem Kauf eines Aufsteckblitzes nicht nur der Preis entscheidend. Viel wichtiger sind die technischen Daten und die Funktionen. Auf eins solltet ihr besonders achten. Die Leitzahl gibt die maximal mögliche Helligkeit des Blitzes an. Die werdet ihr zwar in den seltensten Fällen ausnutzen, wenn ihr aber einen besonders hellen Blitz benötigt, zum Beispiel, wenn ihr gegen die Sonne fotografiert, werdet ihr mir für diesen Hinweis danken. Bei der Leitzahl gilt, je höher, desto besser. Viele Blitze bieten auch die Möglichkeit, direkt durch die Kamera oder mit einem Adapter per Funk angesteuert zu werden. Dadurch spart ihr euch dann eventuell den Funk-Auslöser. Selbstverständlich sollte der Blitz per TTL ansteuerbar sein. Sicherlich ist es aber dafür nicht nötig, hunderte von Euro auszugeben. Beim Thema Blitze darf man ruhig auch mal zu preiswerteren Modellen greifen, zumal bei Online-Bestellungen ein kurzzeitiger Test meist möglich ist.

 

Aufsteckblitz - Portrait

Aufsteckblitz – Portrait

 

 

Mit oder Ohne? Softboxen und Beauty-Dishes für Aufsteckblitze

Eine Softbox.. was ist das?
Eine Softbox ist ein Aufsatz oder Vorsatz für eine Lichtquelle, der die Streuung des Lichtes auffächert und das Licht weicher (soft) macht. Daher wirken Schatten und Kanten weniger hart.
Mit diesem Wissen könnt ihr jetzt für euch entscheiden, ob in eurem Szenario das Licht härter oder weicher sein soll.

Soll es weich sein, benutzt eine Softbox. Benötigt ihr hartes Licht, braucht ihr einen Beauty-Dish oder benutzt den Aufsteckblitz ohne weiteren Aufsatz.
Beide Aufsätze gibt es als „Miniatur-Version“ für die direkte Nutzung auf dem Blitz oder in normaler Größe auf einem Stativ, bei dem der Blitz hinter die Softbox gesteckt wird. Je größer die Softbox, desto weicher das Licht.

Wir verwenden für unsere Fotos unterwegs eine Neewer-Softbox mit 60cm auf einem normalen Lampenstativ. Das Setup ist sehr leicht, ausreichend groß, für die Größe des Equipments leistungsstark genug und einfach zu transportieren.

 

Aufsteckblitz - Softbox

Aufsteckblitz – Softbox

 

Einstellung des Blitzes

Habt ihr euch für ein Auslöser-System mit TTL-Steuerung entschieden, könnt ihr hier jetzt die Automatik benutzen und die Kamera den Blitz einstellen lassen. Wollt ihr das Licht dennoch beeinflussen kann das entweder direkt am Blitz oder bei besseren Auslösern auf dem Transmitter auf der Kamera gemacht werden.

Meist unterstützen die Systeme Einstellungen von 1/1 bis 1/128 Sekunde. Je kürzer die Zeit, desto dunkler das Licht.

Wie genau die Werte eingestellt werden, können wir hier allerdings nicht beschreiben. Das ist bei jedem System unterschiedlich, oft gibt es aber schon gute Videos dazu auf YouTube.

 

Aufsteckblitz - Bewerbungsfoto

Aufsteckblitz – Bewerbungsfoto

 

 

Fazit

Habt ihr euch ein mobiles System zusammengestellt? Lasst uns wissen, mit welcher Kamera ihr fotografiert und welche Teile ihr nutzt! Gerne wie immer auch mit einem fertigen Foto zur Ansicht – wir sind gespannt! 🙂

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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