Ausgangsbild – Beauty Retusche

Heute wollen wir euch eine kleine Anleitung zur Retusche geben, wie ihr mit einem Plugin für Photoshop eure Bilder schnell und einfach bearbeiten könnt. Dieses Plugin ist zwar leider nicht kostenfrei, jedoch lohnt sich die Investition für nahezu jeden Fotografen, der mehrere Portraits schnell und einfach hintereinander retuschieren möchte. Nervige Arbeitsschritte, wie eine Frequenztrennung anzulegen, erledigt das Tool für euch in wenigen Sekunden.

 

 

 

Das Tool

Wir arbeiten in der Retusche häufig mit dem Tool „BeautyRetouch CC“ von TapTapIdeas. Aktuell (Stand Juni 2018) kostet das PlugIn für Photoshop 33,50€. Das mag im ersten Moment etwas viel klingen, wenn man jedoch beachtet, in wie vielen Arbeitsschritten euch das Werkzeug unterstützt und wie viel Zeit ihr dabei spart, relativiert sich der Kostenfaktor sehr schnell.

Nachfolgend eine kurze Übersicht über die wichtigsten Tools:

BeautyretouchCC

BeautyretouchCC

Besonders praktisch: das Werkzeug selektiert bereits das benötigte Werkzeug vor, sobald ihr eine Retusche-Form ausgewählt habt. Auch das spart wieder Zeit, die viele Fotografen sei es aus wirklicher Zeitnot oder um das Budget des Kunden nicht überzustrapazieren, nicht haben.

 

 

 

Einstieg in die Grob-Retusche

Nachdem man sein favorisiertes Bild in Photoshop importiert und anschließend mit CameraRaw etwas optimiert hat, kann man auch schon mit der Retusche beginnen.

 

Retusche - Schritt 1

Retusche – Schritt 1

 

Ihr startet dabei mit der Grobretusche in der Kategorie „Basic“. Hierbei werden Ebenen angelegt, die sich in „Gesicht“, „Körper“ und „Hintergrund“ aufteilen, um den Überblick über das zu Retuschierte zu behalten. Beginnend mit dem Gesicht wählt man nun mit dem Reperatur-Pinsel und gedrückter Alt-Taste einen Bereich aus, der der Hautunreinheit oder dem Fältchen naheliegt und diesen überlagern soll. Anschließend lässt man die alt-Taste los und setzt einen Pinselstrich über die Hautunreinheit und schon ist diese entfernt. Mit diesem Verfahren fahrt ihr fort bis zum gewünschten „reinen“ Ergebnis.

 

Retusche - Schritt 2

Retusche – Schritt 2

 

Unter Mac erstellt man mit den Tasten „cmd“, „alt“, „shift“ und „E“ (Windows „strg“ statt „cmd“) nach jedem Schritt der Retusche eine neue Ebene, welche alle Änderungen umfasst. Somit kann man einerseits schön nachverfolgen, was sich verändert hat, genauso, wie auch Schrittweise zurückzuspringen.

 

 

 

Feinretusche

Fortfahrend folgt der Schritt „Abpundern“ der Haut in der Kategorie „Fein“. Je nach gewünschtem Ergebnis kann man zwischen „grob“, “mittel“ oder „fein“ wählen. Ich entscheide mich hierbei für fein. Eine neue Ebene wird durch klicken des Befehls erstellt. Mit einem weißen Pinsel malt man nun die Hautstellen aus, die weichgezeichnet werden sollen. Am besten spart man hierbei Augen, Augenbrauen, Mund, Teile der Nase und den Übergang vom Kopf zum Hals aus. Da das Ergebnis meistens sehr unnatürlich aussieht, solltet ihr die Deckkraft der Ebene herabsetzen, in meinem Fall auf ca. 30%.

 

Retusche - Schritt 3

Retusche – Schritt 3

 

 

Nachdem man wieder eine gesamte Ebene erstellt hat, schließt sich das Entröten der Haut an. Auch hier malt man die gewünschten Stellen mit einem weißen Pinsel aus und schon sieht man fahle Haut. Da  auch das nicht gerade natürlich aussieht, setzt ihr wieder die Deckkraft der Ebene herab, bis euch das Ergebnis gefällt.

 

 

Retusche - Schritt 4

Retusche – Schritt 4

 

 

 

Die Perfektion des Bildes

Der optionale Schritt des Dodge and Burns kann dem Gesicht mehr Tiefe verleihen. Auf Grundlage einer 50%-grauen Ebene, welche das Tool erstellt, malt man zunächst mit dem Abwedler-Werkzeug die Stellen an, welche hervorgehobenen werden sollen. In diesem Fall wären das Wangenknochen, Augeninnenwinkel, Nasenspitze, Augenbrauenbogen und das Lippenherz. Das ganze kann ausgeweitet werden auf Stirn, Schlüsselbeinknochen oder alle Körperteile, auf welche das Licht natürlicherweise zuerst trifft. Empfehlenswert ist es, auch hier die Deckkraft zu verringen, um ein unnatürliches Ergebnis zu vermeiden. Für ein stärkeres Ergebnis kann das Ausmalen der betreffenden Körperteile auf der Ebene „Hart“ des Dodge and Burns angewendet werden.

Das gleiche macht ihr nun mit dem „Nachbelichter-Werkzeug“ auf der gleichen Ebene. Im Gegensatz zu vorher wählt man hier aber allerdings Stellen aus, die dunkler werden sollen, wie der Teil unter dem Wangenknochen, Augenbrauen und den Haaransatz. Optional auch Nase, Kinn etc.

 

Retusche - Schritt 5

Retusche – Schritt 5

 

 

 

Feinheiten verbessern

Nach erstellen einer Gesamtebene kann man den Augen mit dem Toll „Augen betonen“ noch etwas Glanz verleihen. Wie in fast allen Schritten ist es empfehlenswert, die Deckkraft zu verringern.

 

Retusche - Schritt 6

Retusche – Schritt 6

 

Ab diesem Schritt ist meine persönliche Retusche beendet, das Programm umfasst jedoch noch weitere Schritte, wie zum Bespiele „Zähne weißen“ oder „Make-Up hinzufügen“.

 

 

 

fertige Beauty Retusche

fertige Beauty Retusche

 

 

 

Fazit

Natürlich kann man sich in Photoshop auch eigene Aktionen erstellen, die beispielsweise die Bildzerlegung für eine Frequenztrennung erledigen, diese sind dann jedoch meist nicht flexibel und wenden immer die selbe Stärke an. Mit dem Tool – nein, wir bekommen kein Geld für die Werbung, sondern sind einfach nur davon überzeugt – ist man also deutlich flexibler und erzielt in wenigen Minuten sehr brauchbare Ergebnisse in der Retusche.

Bleibt uns auch kommenden Mittwoch treu. Da geht es wieder um ein neues, spannendes Thema in der Fotografie. Am Mittwoch schreibt dann Kevin wieder für euch – seid gespannt! 🙂

Autor: Lucas

Mein Name ist Lucas Mehler, bin 22 Jahre alt und studiere ebenfalls Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

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