Ideenfindung - Neue Perspektiven

Ideenfindung – Neue Perspektiven

Sicher habt ihr alle schon einmal kurz vor einem Shooting gestanden und hattet absolut keinen Plan, wie ihr das Motiv oder Model in Szene setzen sollt. Wenn einem die Ideen fehlen, ist das fast noch schlimmer, als mangelnde Ausrüstung. Denn dann ist oft nicht mehr viel zu retten. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr das durch gute Vorbereitung durch Ideenfindung und gezielte Suche während des Shootings verhindern könnt.

 

 

 

Ideenfindung vor dem Shooting

Brainstorming

Die wohl bekannteste Methode zur Ideenfindung ist wohl das Brainstorming. Das könnt ihr nämlich auch gut für euer Shooting einsetzen. Gerade wenn Location und Motiv vorher bekannt sind, solltet ihr euch zuvor hinsetzen und einmal stichwortartig alles aufschreiben, was euch zu diesen in den Sinn kommt. Dabei dürft ihr jedoch keinesfalls wertend werden, denn so beeinflusst ihr den Look eures Bildes im Vorhinein und könnt unter Umständen auch die Betrachter eures Fotos später verärgern.

Beim Shooting selbst könnt ihr die so entstandene Liste dann verwenden, um euch an ihr entlang zu hangeln oder sogar dabei mehrere Stichpunkte in einem Foto zu vereinen. Aber warum das ganze? Mithilfe des Brainstormings verpasst ihr so keine wichtigen Stellen und Motive, die auch für eure Betrachter relevant sind und somit Emotionen hervorrufen können. Denn wenn ihr den Begriff zuerst mit der Location assoziiert, liegt es auch nahe, dass es anderen ähnlich geht.

 

 

Achievements

Ideenfindung - Neue Perspektiven

Ideenfindung – Neue Perspektiven

Ein weiterer Weg ist es, euch Aufgaben zu stellen, die ihr versucht während des Shootings abzuarbeiten. Schreibt diese am Besten vorher auf und behaltet die Liste während des Shootings im Auge.

Orientiert euch beim Formulieren der Achievements an bereits gesehenen Stilen, die ihr schon immer einmal ausprobieren wolltet. So habt ihr genügend Motivation, um diese zu erreichen und ihr werdet bei deren Durchführung sicherlich noch ein klein wenig kreativer und probiert auch mal etwas neues aus. So können völlig neue Ideen entstehen und ihr motiviert euch selbst mehr zu machen, als ihr es vielleicht sonst tut.

Ein Beispiel für ein Achievement wäre: „Immer aufschauen – Fotografiere aus der Froschperspektive“.

 

 

Lass dich inspirieren

Natürlich spricht auch nichts dagegen euch durch die Arbeiten anderer inspirieren zu lassen. Sucht einfach vor dem Shooting auf gängigen Seiten, wie 500px oder Instagram, nach Schlagworten, die zu dem Shooting passen oder die ihr vielleicht während des Brainstormings bereits gesammelt habt. Natürlich soll das bei weitem kein Anreiz sein den Stil 1:1 zu kopieren, aber es spricht selbstverständlich nichts dagegen diesen in eure eigenen Arbeiten einfließen zu lassen. Denn selbst wer behauptet, seine Arbeiten seien in keiner Linie von denen anderer beeinflusst, hat womöglich nicht ganz recht. Oft geschieht diese Beeinflussung bereits unterschwellig beim Betrachten anderer Bilder oder schlichtweg durch aktuelle Trends. Dennoch solltet ihr immer den Grundsatz „Gehe nicht kopieren, lasse dich inspirieren.“ im Hinterkopf behalten.

 

 

 

Ideenfindung während des Shootings

Lass dich von dir selbst inspirieren

Befindest ihr euch bereits am Ort des Geschehens, könnt ihr eine ganz andere Technik anwenden: Lauft einmal alle Stellen der Location ab und achtet darauf, was eure Aufmerksamkeit besonders auf sich zieht. Wo bleibt ihr einige Sekunden oder sogar Minuten stehen und lasst die Umgebung auf euch wirken? Denn was dieser Ort oder dieses Motiv mit euch macht, wird es vermutlich auch mit allen anderen Personen machen, die es betrachten. Und genau diese Erkenntnis solltet ihr ausnutzen. Versucht beim Shooting hierauf euren Fokus zu setzen. So kann beispielsweise eine Wand mit Graffiti die Blicke des Betrachters lange Zeit auf sich ziehen und so euer Foto deutlich interessanter wirken lassen, als eine rohe Backsteinwand.

Durchdenkt auch einige andere Perspektiven oder Bildausschnitte. Kann das Motiv aus einer anderen Blickrichtung noch interessanter werden? Wie wirkt es in Schwarz/Weiß?

 

Ideenfindung - Interessante Orte

Ideenfindung – Interessante Orte

 

 

Spiele mit dem Fokus

Denkt daran, dass es oft viel interessanter ist, neue Standpunkte einzunehmen, als altbekanntes zu fotografieren. So solltet ihr auch den Fokus hin und wieder einmal so verschieben, dass nicht das Objekt zuerst ins Auge fällt, das man auch ohne Kamera direkt angesehen hätte. Nehmt am besten das selbe Motiv mit mindestens drei unterschiedlichen Fokuspunkten auf und entscheidet später, welches euch am Besten gefällt.

Wenn ihr euch im Umgang mit dem Fokus sicher seid, könnt ihr so gezielt den Blick des Betrachters lenken und die Bildstimmung bestimmen.

 

 

Lass dich von Regeln nicht einschränken

Es gibt viele Regeln in der Fotografie. Aber muss man sie immer alle einhalten? Nein. Durch das gezielte brechen von Regeln löst man sich vom Einheitsbrei der Fotografien los und schafft etwas eigenes, interessantes. So ist es definitiv kein Fauxpas eine schön geordnete Reihe an Objekten durch ein einzelnes herausragendes zu durchbrechen. Das bringt Spannung ins Spiel und Spannung ist gut.

 

 

Geh nicht allein

Auch wir gehen oft in einer kleinen Gruppe fotografieren und dabei entstehen meist die schönsten Ideen und Fotos, auf die man allein womöglich gar nicht gekommen wäre. Denn wenn ihr nicht allein seid, könnt ihr euch beraten, unterstützen und ein Motiv aus unterschiedlichen Sichtweisen aufnehmen. Und außerdem hat man natürlich nebenbei viel mehr Spaß, wenn hin und wieder ein lustiger Spruch die Situation etwas auflockert.

 

 

Nagel dich nicht auf ein Motiv fest

Verliert ihr das Interesse an einem Motiv, hat das oft einen Grund: es ist nicht so spannend, wie ursprünglich angenommen. Dann solltet ihr möglichst nicht versuchen mit aller Gewalt ein schönes Foto von diesem zu schießen, sondern lieber den Ort und das Motiv wechseln. Muss es unbedingt dieses Motiv sein, könnt ihr auch zu einer anderen Tageszeit wiederkommen. Denn das kann vieles ändern.

 

Ideenfindung - Unerwartete Momente

Ideenfindung – Unerwartete Momente

 

 

Was ein Foto interessanter macht

Was die Fotos, die professionell gemacht wurden, von denjenigen unterscheidet, die beispielsweise mit der Handykamera geschossen wurden, ist die Unschärfe. Denn diese wird bewusst eingesetzt und ist nicht von einem Computer berechnet worden. Mit dieser Unschärfe lenkt ihr den Fokus weg von den uninteressanten Sachen, hin zu dem, was ihr zeigen wollt.

Außerdem könnt ihr natürlich durch Bewegungen im Motiv ein wesentlich dynamischeres Foto erzeugen und so die Aufmerksamkeit des Betrachters halten. Auch die Interaktion mit dem Model bewirkt, dass sich dieser direkt angesprochen fühlt und lässt ihn über die Bildaussage eher nachdenken, als ein belanglos in der Gegend stehendes Model.

Und natürlich kann man mit dem wohl wichtigsten Faktor in der Fotografie eine Menge aus dem Bild herausholen: dem Licht. Spielt mit Licht und Schatten und schafft so eine einzigartige Stimmung im Bild, die euer Foto zu einem Unikat macht.

 

 

 

Fazit

Ihr seht, selbst wenn man keine Ideen hat, lässt sich noch einiges aus dem Shooting rausholen. Also gebt nicht auf und bereitet lieber ein, zwei Minuten vor, um coole Ergebnisse zu erhalten.

Und wenn ihr mehr zur Fotografie lernen wollt, schaut auch nächste Woche wieder vorbei, wenn wir euch ein weiteres Thema dazu präsentieren. Bis dahin eine schöne Woche 🙂

Autor: Kevin

Mein Name ist Kevin Schipper, ich bin 22 Jahre alt und studiere Digitale Medien an der Hochschule Fulda.

Beauty-Retusche mit Hilfsmitteln
Süd-England - Eine Foto-Reise wert?